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Weltweit Marie Bäumer wird 50: Von „Der Schuh des Manitu“ bis Romy Schneider
Nachrichten Kultur Weltweit Marie Bäumer wird 50: Von „Der Schuh des Manitu“ bis Romy Schneider
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10:38 06.05.2019
Marie Bäumer ist auch in Frankreich berühmt – durch die Serie „Napoleon“. Quelle: Bodo Marks/dpa
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Paris

Wer als Schauspielerin in die Rolle einer Ikone schlüpft, braucht Mut und Selbstvertrauen. Marie Bäumer spielte die große Filmdiva Romy Schneider in dem Drama „3 Tage in Quiberon“, und sie wurde belohnt: Für ihre sensible Darstellung erhielt sie vergangenes Jahr den Deutschen Filmpreis als beste Schauspielerin. Bäumer, die am Dienstag (7. Mai) ihren 50. Geburtstag feiert, erinnert sich noch gut an den Film.

Die Rolle sei sehr schwer und sehr risikoreich gewesen, denn man wolle immer die wahre Romy sehen, hatte sie in einem Interview der französischen Tageszeitung „Le Figaro“ gesagt. Diese Angst habe sie während der Dreharbeiten begleitet. Das sei für den Part womöglich gar nicht schlecht gewesen, fügte sie hinzu.

Marie Bäumer wurde mit Komödie „Der Schuh des Manitu“ berühmt

Der Schwarz-Weiß-Film der Regisseurin Emily Atef ist von einer wahren Begebenheit im Leben Romy Schneiders (1938-1982) inspiriert. Er konzentriert sich auf einen dreitägigen Aufenthalt Schneiders in dem bretonischen Kurort Quiberon. Wie Marie Bäumer der „Zeit“ sagte, sei sie nach einer Woche nervlich an ihre Grenzen gekommen. Der Film zeigt eine äußert emotionale Schneider im Spannungsfeld zwischen privater und öffentlicher Person.

Bäumer, deren Ähnlichkeit mit Schneider frappierend ist, steht seit Anfang der 90er Jahre vor der Kamera und auf der Bühne. Dabei legt sie sich auf keine Rolle fest. Mit der Komödie „Männerpension“ schaffte sie 1996 ihren Durchbruch. Als Westernlady trat sie in „Der Schuh des Manitu“ auf, eine Parodie der Karl-May-Verfilmung. Zum Drama kehrte sie unter anderem mit „Der alte Affe Angst“ von Oskar Roehler zurück. Darin verkörpert sie eine Kinderärztin, die tief in einer Beziehungskrise steckt. Für ihre Leistung wurde sie unter anderem mit dem Preis der deutschen Filmkritik ausgezeichnet.

Marie Bäumer machte auch Theaterkarriere

Erfolgreich war die in Düsseldorf geborene Bäumer auch auf der Bühne. Sie war unter anderem in „Menschenhass und Reue“ von August von Kotzebue zu sehen, 2007 begeisterte sie das Publikum als Buhlschaft bei den Salzburger Festspielen. Selbstbewusstsein bewies sie auch bei ihrem ersten Auftritt als Theaterregisseurin: 2011 brachte sie ihr selbst verfasstes Stück „Abschied“ auf die Bühne der Hamburger Kammerspiele.

Bäumer hat seit Jahren ein Haus in der Provence in Südfrankreich. Wie sie der Frauenzeitschrift „Brigitte“ einmal erzählte, hat sie ihre Liebe zum Nachbarland als Teenager bei einer Radtour durch die Bretagne entdeckt. Was sie an Frankreich schätze? Fast alles. In einem Interview mit dem Deutsch-Französischen Jugendwerk zählte sie neben Natur und Sprache, die Geistesschärfe und das „savoir vivre“ der Franzosen auf.

Durch die Serie „Napoleon“ wurde Marie Bäumer auch in Frankreich bekannt

Die Liebe beruht auf Gegenseitigkeit: Im Jahr 2011 bekam Bäumer vom französischen Kulturministerium die Auszeichnung eines Ritters des Ordens der Künste und Literatur. Damit werden all jene gewürdigt, die – sowohl in Frankreich als auch weltweit – mit ihrem künstlerischen oder literarischen Schaffen einen besonderen Beitrag geleistet haben. Entdeckt haben die Franzosen sie vor allem in der Serie „Napoleon“. Darin spielt sie an der Seite von Gérard Depardieu und Christian Clavier.

Wo sie ihre Kraft und Energie für ihre Vielseitigkeit findet? Bei den Pferden. Bäumer bietet Kurse zur Persönlichkeitsentwicklung und Meditation in der Begegnung mit dem Pferd an. Im Jahr 2017 hat sie das „Atelier Escapade“ auf einem Reiterhof bei München gegründet. Sie sei durch und durch Pferdemensch, wie sie auf der Homepage schreibt. Pferde seien aus ihrem Leben nicht wegzudenken.

Bäumer ist Mutter eines Sohnes aus einer früheren Beziehung mit dem Schauspieler Nicki von Tempelhoff.

Von RND/dpa

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