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Weltweit Monet-Ausstellung soll Massen nach Wuppertal locken
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11:18 29.09.2009
Mitarbeiter des Von der Heydt-Museums bereiten die Ausstellung vor. Quelle: ddp
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„Für Monet haben sich bereits gut 2000 Besuchergruppen angemeldet“, sagt Museumsdirektor Gerhard Finckh im ddp-Gespräch. Da jede Gruppe im Schnitt 20 Teilnehmer habe, mache das alleine etwa 40 000 Gäste. Bis zum Ende der Ausstellung am 28. Februar 2010 rechnet er mit 100 000 Besuchern. „Nachdem unsere Auguste-Renoir-Ausstellung 2007/2008 rund 95 000 Besucher angelockt hat, wäre das ein neuer Hausrekord“, sagt Finck.

Der Ansturm auf die Kunstschau, die etwa 100 Werke umfasst, lasse sich unter anderem dadurch erklären, dass es „die erste umfassende Monet-Werkschau in Deutschland ist“. Zwar seien etwa in Museen in Bremen oder Stuttgart in den vergangenen Jahren Teilaspekte seines Schaffens gezeigt worden, aber keine Retrospektive. Wuppertal ermögliche dagegen einen Überblick über das Werk von 1856 bis 1925.

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Auch ist die Werkschau allein in Wuppertal zu sehen, es gibt also keine weitere Station. „Wer die Monets sehen will, muss also zu uns kommen“, so Finckh. Das Exklusiv-Konzept scheint zu funktionieren: „Es haben sich schon Kunstliebhaber aus München, Stuttgart und Leipzig angesagt.“

Die Bandbreite der Präsentation reicht von den frühen Karikaturen, die Monet noch als Schüler zeichnete, bis zu den späten Seerosenbildern, die in Wuppertal eine besondere Stellung einnehmen. Natürlich dürfen die Meisterwerke des Impressionismus nicht fehlen, den Monet mitbegründet hat. Einen Höhepunkt bildet das berühmte Gemälde „Impression - Soleil levant“ (Sonnenaufgang) von 1872, das der Kunstrichtung den Namen gab.

Um Einflüsse und Wirkungen zeitgenössischer Malerkollegen aufzuzeigen, präsentiert das Museum auch 13 Werke von Künstlern wie Degas, Renoir, Pissarro, Sisley, Cézanne, Courbet und Corot.

Vor allem drei Leistungen des französischen Künstlers möchte Finckh in Wuppertal herausstellen. Neben dem Gründerbild der impressionistischen Bewegung sind das die Serienbilder und die Seerosenphase. 1889 und 1892 begann Monet mit zwei Projekten, die bedeutende Fortschritte in der Kunstgeschichte einleiteten. Er malte ganze Bildserien von Heuschobern und der Fassade der Kathedrale von Rouen, wobei es ihm vor allem auf die Lichtstimmung ankam. „Das traute man sich bis dahin einfach nicht“, sagt Finck.

Die berühmten Seerosenbilder schuf Monet ab 1890, als er sich in Giverny nördlich von Paris niederließ und einen eigenen Seerosenteich anlegte. Noch heute fragen sich faszinierte Betrachter der Gemälde: Welche Blumen und Blüten befinden sich im Wasser, welche spiegeln sich nur darin? Nach Ansicht Finckhs hat Monet mit diesen Arbeiten das Fenster zur Abstraktion aufgestoßen, „seine bedeutendste künstlerische Leistung“. 20 Seerosenbilder sind nun in Wuppertal zu sehen. „Die meisten davon hat uns das Museum Marmottan in Paris ausgeliehen“, berichtet Finckh. Im Gegenzug präsentiert das Pariser Museum etwa zeitgleich 35 expressionistische Gemälde aus Wuppertal.

Die Kosten der Schau liegen laut Finckh im „hohen sechsstelligen Bereich“. Für die aufwendige Präsentation gelten erhöhte Sicherheitsvorkehrungen. „Wir haben für die Schau sogar eine eigene Wachmannschaft engagiert“, berichtet Finckh. Dennoch halte sich der Eintrittspreis mit zwölf Euro für Erwachsene, ermäßigt zehn Euro, „im mittleren Bereich“ vergleichbarer Ausstellungen.

ddp

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