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Weltweit Niedersächsischer Literaturpreis zieht nach Berlin
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18:45 28.01.2015
Von Martina Sulner
Kulturministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) fand die bisherige Ausrichtung des Preises, der ausschließlich Autoren mit Bezug zu Niedersachsen ehrte, nicht mehr überzeugend. Quelle: dpa
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Hannover

Der Termin steht fest: Am 24. September wird der Nicolas-Born-Preis 2015 verliehen. Im vergangenen Jahr hatte die niedersächsische Literaturauszeichnung pausiert; Kulturministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) fand die bisherige Ausrichtung des Preises, der ausschließlich Autoren mit Bezug zu Niedersachsen ehrte, nicht mehr überzeugend. Jetzt wird der Preis, sagte die Ministerin gestern, „im neuen Format wieder vergeben“. Dem Vorgänger habe es an „überregionaler Ausstrahlung“ gemangelt.

Künftig kann die Auszeichnung an Autoren aus dem gesamten deutschsprachigen Raum gehen, die Romane, Essays, Lyrik oder literarische Reportagen schreiben. Der Preis würdige „die literarische Qualität, die experimentelle Kreativität und die Auseinandersetzung mit gesellschaftskritischen Themen“, so Heinen-Kljajic. Damit stehe er stärker in der Tradition Nicolas Borns. Der 1979 gestorbene Schriftsteller („Die erdabgewandte Seite der Geschichte“, „Die Fälschung“) lebte die letzten Jahre vor seinem Tod im Wendland.

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Auszeichnung von Buchhandlungen in einem neuen Format

In der Jury sitzen der hannoversche Germanist Alexander Košenina, Sandra Kegel, Literaturkritikerin der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, und Ulrike Sárkány vom NDR, der als Kulturpartner des Preises auftritt. In Zukunft sollen auch frühere Preisträger zur Findungskommission gehören; in diesem Jahr sind die Born-Weggefährten Hermann Peter Piwitt, Hans Christoph Buch und Friedrich Christian Delius in der Jury.

Der Born-Debütpreis bleibt bestehen und ist weiterhin mit 10.000 Euro dotiert. Das Preisgeld des Hauptpreises hat das Ministerium von 15.000 auf 20.000 Euro aufgestockt. Allerdings: Im Zuge der Umgestaltung verabschiedet sich das Ministerium vom Verlags- und vom Buchhandelspreis. In Zeiten, in denen der Buchhandel zu kämpfen hat, ist das ein eher unfreundliches Signal. Heinen-Kljajic sagte am Mittwoch, dass man in ihrem Haus daran arbeite, Buchhandlungen in einem „anderen Format“ auszuzeichnen.

Wer in der Nachfolge von Walter Kempowski, Felicitas Hoppe oder Gerhard Henschel den nächsten Born-Preis erhält, ist unklar. Sicher aber ist, dass der Festakt in Berlin stattfindet. Es mutet schon etwas kurios an, dass eine niedersächsische Auszeichnung nicht im Bundesland verliehen wird. Die Vertretung des Landes Niedersachsen in Berlin ist laut Heinen-Kljajic jedoch ein guter Ort, „um die Wertigkeit des neuen Preises zu unterstreichen“. Und wahrscheinlich erhofft man sich von einer Veranstaltung in Berlin mehr überregionale Aufmerksamkeit.

Von Martina Sulner

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