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Weltweit Notre-Dame: Diese kostbaren Kirchenschätze haben den Brand überstanden
Nachrichten Kultur Weltweit Notre-Dame: Diese kostbaren Kirchenschätze haben den Brand überstanden
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16:32 17.04.2019
In Sicherheit: Artefakte, die vor dem Flammen von Notre-Dame gerettet wurde, lagern nun im Krankenhaus. Quelle: Henri Garat/Ville de Paris /AP/dpa
Paris

Als Notre-Dame brannte, bangte die Feuerwehr nicht nur um die Statik der über 800 Jahre alte Kathedrale. Während die Feuerwehr gegen die Flammen kämpften, wagten sie sich immer wieder ins Innere von Notre-Dame, um die unersetzbaren Schätze der Kirche in Sicherheit zu bringen. Und sie hatten Erfolg: Zwei Tage nach dem Brand am Montagabend ist klar, dass der Großteil der Reliquien, Statuen und Gemälde gerettet werden konnte. „Wir wissen, dass der gesamte Schatz der Kathedrale ins Rathaus gebracht wurde und dass er komplett gesichert ist“, sagte Markus Castor vom Deutschen Forum für Kunstgeschichte in Paris.

Die katholische Kirche glaubt, dass diese Dornenkrone von Jesus Christus getragen wurde. Quelle: Remy De La Mauviniere/AP/dpa

Die Dornenkrone

Sie ist eine der wichtigsten Reliquien des Christentums: Die Krone wurde bei dem verheerenden Brand des Gotteshauses schon am Montagabend gerettet und ins nahe gelegenen Pariser Rathaus gebracht. Ludwig IX., der mit nur zwölf Jahren zum König gekrönt wurde, galt zu Lebzeiten als frommer Regent. Er brachte 1239 die Dornenkrone nach Paris. Bei der Dornenkrone soll es sich um jene handeln, die römische Soldaten Jesus Christus vor seiner Kreuzigung aufs Haupt gesetzt haben. Gefeiert wird in diesem Zusammenhang vor allem der Kaplan der Pariser Feuerwehr, Jean-Marc Fournier, der die Rettung der Krone als seine Aufgabe sah – und dabei keine Angst zeigte, in die brennende Kathedrale zu stürmen, wie die „Welt“ berichtet.

Die Gemälde

Sie litten nicht nur unter dem Ruß des Feuers: Die Gemälde, unter ihnen „Die Heimsuchung Mariä“ (1716) von Jean Jouvenet und „Thomas von Aquin am Brunnen der Weisheit“ (1648) von Antoine Nicolas, wird wohl vor allem das Löschwasser zu schaffen gemacht haben. Welche Gemälde genau gerettet wurden, ist noch unbekannt. Auch, ob alle Gemälde durch Brand oder Löschung vollkommen zerstört wurden, ist noch nicht klar. Ein Teil der Gemälde soll laut Medienberichten nun im Louvre restauriert werden.

Die Rosettenfenster

Wer vor dem Brand Notre-Dame einmal besucht hat, der hat bestimmt noch das Leuchten der Rosettenfenster im Kopf. In einem Durchmesser von 13 Metern schimmert das Licht durch die Blumen des Paradieses in die Kathedrale. Im 13. Jahrhundert Jahrhundert wurden sie erschaffen und seitdem mehrfach renoviert. Obwohl sich die fragilen Glasarbeiten in der Nähe des Brandherdes befanden, überstanden sie auf dem ersten Blick das Feuer. Unklar ist derzeit noch, welchen genauen Schäden die Fenster genommen haben.

Die Orgel von Notre-Dame hat beinahe 800 Pfeifen. Sie wurde gerade erst von 2012 bis 2014 renoviert. Quelle: imago/robertharding

Die Orgel

Die große Orgel, die zu den kostbarsten der Welt gehört, soll durch das Feuer unbeschadet geblieben sein, wie der stellvertretende Bürgermeister Grégoire mitteilte. Jedoch ist sie von Schutt und Löschwasser beschädigt. 2014 waren gerade erst die Renovierungsarbeiten fertig gestellt worden – sie hat über 100 Register und fast 800 Pfeifen.

Der Altar von Notre-Dame nach dem Feuer. Quelle: imago images / IP3pressimago images / IP3press

Die Statuen und die „Notre Dame de Paris

Unsere Dame von Paris, die namensgebende Statue der Kathedrale, steht im Altarraum – und hat den Brand überstanden. Auch bei 16 Kupferstatuen, die eigentlich ihren Platz auf dem Dach von Notre-Dame haben und damit den Flammen im Dachstuhl sehr nahe gekommen wären, hatten Glück. Sie wurden vor ein paar Tagen bereits demontiert und zur Restauration nach Südfrankreich geschickt.

Die Glockentürme von Notre-Dame hielten dem Feuer stand – und damit auch die Glocken. Quelle: Francois Mori/AP/dpa

Die Glocke Emmanuel

Die Glocke von Notre-Dame ist vor allem durch Victor Hugos Roman „Der Glöckner von Notre-Dame“ jedem Franzosen ein Begriff. Während des Brandes befürchteten die Feuerwehrmänner, dass die Struktur der Kathedrale – und damit auch die der Glockentürme einstürzen würde. Damit wäre auch die größte unter ihnen, die 23 Tonnen schwere „Emmanuel“ in die Tiefe gestürzt. Sie läutete 1944 zum Ende der deutschen Besatzung.

Die Wasserspeier

Die Wasserspeier von Notre-Dame, auch wieder berühmt durch den „Glöckner von Notre-Dame“, sollen böse Zauber von der Kirche fernhalten. Sie sind an der Fassade angebracht und leiden ohnehin stark unter der Witterung. Deswegen wurden die Originale bereits im 18. Jahrhundert abmontiert und durch Repliken ersetzt.

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Von RND/goe/dpa

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