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Weltweit Petition gegen „Fusion“-Polizeiwache: Mehr als 114.000 Unterschriften
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11:41 10.05.2019
Das „Fusion“-Festival sorgt derzeit für viel Diskussionsstoff. Quelle: imago images / Frank Brexel
Neubrandenburg/Berlin

Eine Internet-Petition gegen eine Polizeiwache auf dem „Fusion“-Festival in Lärz (Mecklenburgische Seenplatte) findet immer mehr Unterstützung. Bis Freitagmorgen hatten mehr als 114.000 Menschen und Vereinigungen das Papier „gegen anlasslose Polizeipräsenz auf friedlichen Kulturveranstaltungen“ unterzeichnet, wie der Veranstalterverein Kulturkosmos auf seiner Internetseite mitteilte.

Zu den Unterstützern zählen unter anderem der Bundesvorstand der Linken, die Nordost-Landesvorsitzende der Bündnisgrünen Ulrike Berger sowie die Neubrandenburger Stadtpräsidentin Irina Parlow (Linke).

„Fusion“-Festival: 70.000 Besucher erwartet

Das Festival an der Landesgrenze zu Brandenburg soll vom 26. bis zum 30. Juni ausgerichtet werden. Nach Angaben der Organisatoren werden wie in den Vorjahren etwa 70.000 Besucher erwartet.

Die Polizei begründete ihre Forderung mit gestiegenen Anforderungen an Sicherheit und argumentiert auch, dass sie keine Übersicht über Kriminalität auf dem Gelände des Ex-Militärflugplatzes hat sowie bei Aufklärungen behindert wird. Beamte seien zuletzt nur bei Anlässen und mit Verzögerung auf das Gelände gelangt.

Genehmigungsverfahren für „Fusion“ 2019 läuft noch

Der Verein will dagegen keine Polizeiwache und Polizei-Streifen ohne Anlass auf seinem Gelände. Die Zukunft der „Fusion“ stehe damit auf dem Spiel. Das alternative Musik-, Theater- und Kunstfestival solle aber 2019 auf jeden Fall stattfinden.

Das nötige Genehmigungsverfahren entscheiden letztlich das Amt Röbel/Müritz und der übergeordnete Landkreis. Landrat Heiko Kärger und auch Landesinnenminister Lorenz Caffier (CDU) äußerten Verständnis für die Polizei, forderten aber auch beide Seite zu einer Einigung auf. Nach Ansicht des Kulturkosmos-Vereins geht es um die „Freiheit von Kunst und Kultur“ und Freiräume in der Gesellschaft. Entschieden werden soll am 16. Mai.

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Von RND/dpa