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Weltweit „Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen“ – Verschnaufpause in Hogwarts
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19:09 14.11.2018
Versteht sich auf Viecher aller Art: Und dann muss Newt Scamander (Eddie Redmayne) auch noch gegen einen Verschwörer antreten. Quelle: Foto: Jaap Buitendijk/Warner
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Hannover

Ein halbes Jahr ist es her, dass in New York eine gewaltige magische Schlacht stattfand. Alle Schäden wurden mit Abrakadabra repariert, alle menschlichen Zeugen mit dem Vergessenszauber Obliviate belegt. In einer Zelle des Amerikanischen Ministeriums für Zauberei wartet der Urheber des Desasters auf seine Überstellung nach England. Kaum jedoch, dass die Gruselkutsche abhebt, gelingt dem gefürcheten Gellert Grindelwald die Flucht.

Eddie Redmayne ist süß als schüchterner Tierwesenflüsterer

Rasant beginnt der zweite von geplanten fünf Filmen, die erzählen, was sich einst so zutrug zwischen Magiern und Menschen, Muggel genannt. Das Ganze spielt 70 Jahre, bevor Harry, Hermine und Ron in Hogwarts Klassenkameraden wurden.

Alles in „Phanastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen“ („PT 2“) ist so finster wie damals, als Regisseur Alfonso Cuarón mit „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ (2004) plötzlich Horrorelemente in die zuvor eher märchenhafte Fantasyrevue nach den Romanen Joanne K. Rowlings brachte.

Gruselatmosphäre stellt aber diesmal kein großes Wagnis dar, muss das Publikum doch nicht gemeinsam mit den Helden groß werden. Der magische Tierschützer Newt Scamander (Eddie Redmayne) und seine Freunde sind schon erwachsen, als sie in die Verschwörung hineingeraten. Grindelwald will eine Gewaltherrschaft errichten. Er träumt von reinblütigen Zauberern als Herrenrasse. Er ist ein Lord Voldemort in blond, dessen Stammschloss vielsagend in Österreich liegt.

David Yates führt possierliche und gefährliche Wunderwesen vor

Wie der Tramp in Chaplins „Der große Diktator“ (1940) tritt der schüchterne Scamander eher widerstrebend gegen die dunkle Macht an. Eigentlich wollte er nur still für sich Fabelwesen studieren. Von diesen Wunderviechern führen Regisseur David Yates und Drehbuchautorin Joanne K. Rowling zum Vergnügen des Zuschauers einige altbekannte und einige aufregend neue vor Augen. Redmayne ist hinreißend als Tierwesenflüsterer, der sich jeder Spezies zärtlich widmet, während er keinem menschlichen Blick länger als zwei Sekunden standhalten kann.

Yates‘ nunmehr sechster Film aus dem Potterversum ist voller liebevoller Details – wirkt aber auch, als hätte ein 1000-Seiten-Roman Rowlings in einen zweieinviertel Stunden langen Film gequetscht werden müssen. Schnelle Schnitte, verwirrend viel Personal, Szenengewitter. Man verliert fast den Überblick wie damals in „Harry Potter und der Orden des Phönix“ (2007).

Durchatmen kann der Zuschauer erst, wenn er nach der ersten Filmstunde der Türme von Hogwarts ansichtig wird und dort ein recht junger Albus Dumbledore (jungenhaft: Jude Law) seinen früheren Schüler Newt mit der Mission Weltrettung betrauen möchte.

Johnny Depps Grindelwald ist ein Faschist wie aus dem Bilderbuch

Da schweben dann wieder die Kerzen im Speisesaal. Posteulen gleiten durch die Flure, Schüler reiten auf ihren Hexenbesen hinüber zum Quidditchstadion. Hach! Rowling verankert mit ihrem Drehbuch den zweiten „PT“-Film stärker im Vertrauten, was harmonische Zwischenstopps im Bilderflirren setzt.

Johnny Depps Grindelwald ist ein Bilderbuchfaschist, der Frieden redet und Krieg betreibt. Hier stehen die Aufwiegler und Spalter des Jahres 1927 auch für die Populisten unserer Tage, die Lüge zur Wahrheit erheben und Wahrheiten als Lügen diskreditieren. Rowlings schon in den späteren Potter-Romanen spürbare Neigung, die politische Rechte in ihrer Menschenverachtung darzustellen, wird hier zum vorläufigen Höhepunkt gebracht. Ja, der große (Vor-)Weihnachtsblockbuster ist auch ein politischer Film.

Von Matthias Halbig / RND

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