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Weltweit Das Treffen der Patriarchen
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00:15 20.04.2014
Cannes versammelt das Who is Who der Autorenfilmer. Quelle: dpa
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Paris

Das Filmfestival in Cannes muss man sich wie ein Patriarchen-Treffen vorstellen: Verdiente Regisseure begegnen sich auf der Höhe ihrer Kunst (gelegentlich auch etwas später). Auch die 67. Ausgabe im Mai fällt zumindest nach der Papierform in diese Rubrik.

Cannes versammelt das Who is Who der Autorenfilmer, angeführt von dem mittlerweile 83-jährigen „Nouvelle Vague“-Veteranen Jean-Luc Godard (mit einem gerade 70 Minuten kurzen Film). Eskortieren lässt er sich von den sozialkritischen Briten Mike Leigh und Ken Loach sowie dem US-Amerikaner Tommy Lee Jones, allesamt um die 70 Jahre alt.

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Zu den jüngeren Semestern zählen da schon die Kanadier Atom Egoyan und David Cronenberg, der Türke Nuri Bilge Ceylan, der Franzose Olivier Assayas und die belgischen Dardenne-Brüder (sie kommen mit einem Western!). Gespannt darf man auf den (Kriegs-)Film des Franzosen Michel Hazanavicius sein, dessen Stummfilm „The Artist“ vor drei Jahren seinen Siegeszug an der Côte d’Azur antrat. Als Jungspund gilt der 25-jährige Kanadier Xavier Dolan.

Insgesamt konkurrieren 18 Filme um die Goldene Palme – ein deutscher Beitrag ist beim weltweit wichtigsten Kinofestival wieder mal nicht dabei. Dabei schien Fatih Akin so gut wie gebucht. Der Hamburger hatte „The Cut“ mit Blick auf Cannes gedreht, nachdem schon der zweite Teil seiner „Liebe, Tod und Teufel“-Trilogie „Auf der anderen Seite“ dort mit Beifall aufgenommen worden war. Überraschend zog Akin nun sein Werk aus „persönlichen Gründen“ zurück. Dem Vernehmen nach soll es in der Auswahljury nicht so gut angekommen sein wie erhofft. Jetzt setzt Akin auf Venedig oder Toronto im Herbst.

So muss wieder mal Cannes-Kämpe Wim Wenders mit seiner Dokumentation über den Fotografen Sebastião Salgado die deutschen Fahne hochhalten. Er befindet sich in der renommierten Nebenreihe „Un certain Regard“ in bester Gesellschaft: US-Wunderschauspieler Ryan Gosling („Drive“) zeigt dort sein Regiedebüt „Lost River“. Und auch die Österreicherin Jessica Hausner (Lourdes) ist hier am Start.

Die zweite Randgruppe im Wettbewerb von Cannes neben den Deutschen ist die der Frauen, was in vergangenen Jahren zu Protesten geführt hat. Nun haben es die Italienerin Alice Rohrwacher und die Japanerin Naomi Kawase in die Männerrunde geschafft. Auch über die Jury präsidiert eine Frau, die neuseeländische Regisseurin Jane Campion. Und beim Eröffnungsfilm am 14. Mai wird sowieso eine Frau im Blitzlichtgewitter stehen: Nicole Kidman. In „Grace de Monaco“ spielt die US-Schauspielerin Grace Kelly – beziehungsweise Fürstin Gracia Patricia von Monaco.

Von Stefan Stosch

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