Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Weltweit Statt Nobelpreis: Alternativer Literaturpreis für Maryse Condé
Nachrichten Kultur Weltweit Statt Nobelpreis: Alternativer Literaturpreis für Maryse Condé
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:16 10.12.2018
Wurde mit dem alternativen Literaturnobelpreis ausgezeichnet: die Schriftstellerin Maryse Condé. Quelle: picture alliance
Frankfurt am Main

Die französische Schriftstellerin Maryse Condé ist mit dem alternativen Literaturnobelpreis für ihr Lebenswerk geehrt worden. Bis zur Preisverleihung am Sonntagabend in Stockholm waren 320.000 Schwedische Kronen (rund 31.000 Euro) Preisgeld für Condé zusammengekommen, wie die Initiative „Die Neue Akademie“ mitteilte.

Die 81-Jährige wurde von der Initiative als eine große Erzählerin gewürdigt, deren Werk über die Gewalt des Kolonialismus und das Chaos danach zur Weltliteratur gehört. Condé dankte bei der Preisverleihung allen Lesern, die „mich mit E-Mails, SMS und Anrufen überschüttet haben, um mir zu sagen, wie froh sie über eine so wohlverdiente Auszeichnung sind“.

Preisgeld via Crowdfunding

Die Auszeichnung „New Academy Prize in Literature“ wurde in diesem Jahr einmalig anstelle des Literaturnobelpreises vergeben, der wegen einer Krise der Schwedischen Akademie abgesagt wurde. Das Preisgeld wurde über Sponsoren und via Crowdfunding gesammelt, das noch bis zum Sonntag lief. Der reguläre Literaturnobelpreis im vergangenen Jahr war mit neun Millionen Schwedischen Kronen dotiert.

Maryse Condé wurde als jüngstes von acht Kindern 1937 auf der Karibik-Insel Guadeloupe geboren. Die französischsprachige Autorin lebt heute abwechselnd dort und in New York. Für ihren 1984 erschienenen Roman „Segu – Die Mauern aus Lehm“ wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem „Prix de l Académie Française“ und dem Literaturpreis, der an Autoren aus Afrika, Asien und Lateinamerika vergeben wird.

Anregungen zu der Familien-Saga, die zugleich von Ethnien, Religionen und vom Untergang der Stadt Segu erzählt, hatte Condé, die viel in Westafrika unterwegs war, in Mali gesammelt. Weitere Romane der promovierten Literaturwissenschaftlerin sind „Ich, Tituba, die schwarze Hexe von Salem“ (1986, dt. 1988), „Unter den Mangroven“ (1989, dt.1991) und „Insel der Vergangenheit“ (1997, dt. 2001). Condé schrieb auch Kinderbücher, Theaterstücke und zahlreiche Essays.

Krise der Schwedischen Akademie

Der schwedische Alternativ-Preis zum Literaturnobelpreis wurde nur in diesem Jahr vergeben. Unter den Finalisten waren auch die Kanadierin Kim Thuy, der britische Fantasy-Autor Neil Gaiman und der japanische Schriftsteller Haruki Murakami, der seine Teilnahme allerdings zurückgezogen hatte. Die „Neue Akademie“ wollte sich nach der Preisverleihung wieder auflösen.

Der Literaturnobelpreis wird in diesem Jahr ausgesetzt, nachdem die Schwedische Akademie wegen eines Skandals mit Belästigungs- und Korruptionsvorwürfen nicht abstimmungsfähig war. Im kommenden Jahr soll er zweimal vergeben werden.

Von RND / epd

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das haben bisher nur Metallica oder die Beatles geschafft: Rammstein durchbrechen die Schallmauer von 1.000.000.000 Streams auf Spotify – und sind damit nun Mitglied im inoffiziellen Spotify-Milliarden-Club.

10.12.2018

Eigenwillig in Island: In „Gegen den Strom“ (Kinostart am 13. Dezember) tritt eine Umweltamazone gegen die Global Player an.

10.12.2018

Im Weltraum findet im Jahr 2849 ein neuer Goldrausch statt: Wer die Energie von Pulsaren am erfolgreichsten erschließt, gewinnt bei dem anspruchsvollen Strategiespiel „Pulsar 2849“.

09.12.2018