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Weltweit "Tatortreiniger" bekommt Grimme-Preis
Nachrichten Kultur Weltweit "Tatortreiniger" bekommt Grimme-Preis
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16:48 27.03.2013
"Meine Arbeit fängt da an, wo sich andere vor Entsetzen übergeben" - Bjarne Mädel als Heiko "Schotty" Schotte.
"Meine Arbeit fängt da an, wo sich andere vor Entsetzen übergeben" - Bjarne Mädel als Heiko "Schotty" Schotte. Quelle: dpa
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Düsseldorf

Das quotenstarke ARD-Drama „Der Turm“ bekommt einen Grimme-Preis. Ein „schönes, großes Ensemble“ mit Darstellern wie Jan Josef Liefers und Claudia Michelsen werde in der Kategorie Fiktion ausgezeichnet, lobte Uwe Kammann, der Direktor des Grimme-Instituts, am Mittwoch in Düsseldorf. Insgesamt werden zwölf Produktionen prämiert, die meisten entstanden im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Das RTL-Dschungel-Camp „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ ging leer aus. Die Nominierung der Reihe hatte im Vorfeld der Vergabe kontroverse Diskussionen ausgelöst.

Regisseur Matti Geschonneck erhält eine „besondere Ehrung“ für seine herausragenden Verdienste um das deutsche Fernsehen. Er ist damit Doppelpreisträger, weil er auch für das Justizdrama „Das Ende einer Nacht“ (ZDF) geehrt wurde. Alle Auszeichnungen werden am 12. April im Stadttheater von Marl verliehen.

„Es gab starke zeitgeschichtliche Bezüge in allen Formaten“, sagte Grimme-Direktor Kammann über die prämierten Filme. Beispiele seien „Der Turm“, ein Mehrteiler nach dem gleichnamigen DDR-Roman von Uwe Tellkamp, oder der Film „Der Fall Jakob von Metzler“ (ZDF) über den Entführungsfall des Frankfurter Bankierssohnes. Aber auch das Porträt „Vaterlandsverräter“ (ZDF/Arte) über den früheren DDR-Schriftsteller Paul Gratzik gehöre dazu. Lediglich zwei preisgekrönte Produktionen mit „Switch Reloaded“ (ProSieben) und „Add A Friend“ (TNT Serie) liefen bei privaten Sendern. Häufige Gewinner der Vorjahre wie „Tatort“ oder „Polizeiruf“ fehlten völlig.

Die Jury bemängelte, im Bereich Information & Kultur vermisse sie „die besondere Qualität“ in den Alltagsformaten. Aus dem Bereich machen fünf Filme das Rennen: Darunter „Seelenvögel“ (WDR) von Thomas Riedelsheimer über drei an Leukämie erkrankte Kinder. Die Dokumentation „Ein deutscher Boxer“ (NDR/SWR) zeichnet die Höhen und Tiefen im Leben von Charly Graf nach. Bettina Braun wurde für ihre dreiteilige Langzeitbeobachtung von drei Kölner Migranten ausgezeichnet, „Was lebst du?“, „Was du willst“ und „Wo stehst du?“ (ZDF).

Erneut wird in der Sparte Unterhaltung die NDR-Serie „Der Tatortreiniger“ ausgezeichnet, diesmal für die Folge „Schottys Kampf“ aus dem Neonazi-Milieu. Auch die Macher von „Switch Reloaded - „Wetten, dass..?“ Spezial“ (ProSieben) bekommen einen Preis. Hier wird Parodist Max Giermann stellvertretend für das Ensemble prämiert. Das Dschungel-Camp hatte wohl keine Chance bei der Endauswahljury. Der Juryvorsitzende Gerd Hallenberger nannte das Format ein „perfektes Emotainment“, es stehe auch für einen Wandel in der Gesellschaft. RTL reagierte mit Humor: „Gott sei Dank. Wir waren schon etwas verunsichert, ausgerechnet mit dem „Dschungel“ nominiert zu sein. Jetzt ist die Welt wieder in Ordnung.“

dpa