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Weltweit Rapper Teesy liebt seinen Job auch in Hannover
Nachrichten Kultur Weltweit Rapper Teesy liebt seinen Job auch in Hannover
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00:15 24.01.2015
„Ich lieb’ mein’ Job“ – Teesy im Capitol. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Irgendwann stehen die drei Männer vorn an der Bühne in Lichtkegeln. Scheinwerfer kreisen über ihren Köpfen. Die drei tragen ein weißes Hemd mit schwarzer Fliege. Sie klatschen in die Hände und schwingen die Hüften. Man könnte sie für eine Boyband halten. Doch dann verpasst einer seinen Einsatz und hebt nicht zeitgleich mit den anderen den Arm. Sie gucken einander an und lachen über den Fehler – und wirken plötzlich wie Freunde, die einfach auf der Bühne stehen und Spaß haben.

„Mein Job“ heißt das Lied, das Rapper Teesy zusammen mit seinen Backgroundsängern auf der Bühne des gut gefüllten Capitols performt. Das Konzert sollte eigentlich im Lux stattfinden. Doch der Andrang war so groß, dass es hierher verlegt wurde. Teesy singt: „Ich lieb’ mein’ Job, ich genieß’ mein’ Job“. Das merkt man – schon bevor sein Auftritt beginnt. Noch während die Vorband Lot aus Leipzig spielt, kommt er auf die Bühne, um den Refrain des Liedes „Warum soll sich das ändern“ mitzusingen.

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Statt Hemd und Fliege trägt er Jeans und einen schlichten roten Pulli. Locker grinst er, erst in Richtung Publikum, dann zum Sänger von Lot. Schon jetzt hat er alle Sympathiepunkte gesammelt. Das Publikum, größtenteils Pärchen im Teenageralter, kreischt. Ganz vorn werfen zwei Mädchen Herzluftballons in die Luft. Auf einem steht „Glücksrezepte“. So heißt Teesys im August 2014 beim Label Chimperator erschienenes Debütalbum.

Mit „FC Fernweh“ fängt es an

Teesy beginnt seinen Auftritt mit seinem Song „FC Fernweh“. „Sind die Leute da“, fragt er – und das Gekreische geht weiter. Er rappt von seiner Kindheit auf dem Fußballplatz und dem Gefühl, das erste Mal auf der Bühne zu stehen. Mitten im Lied setzt ein Gitarrensolo ein und eine deftige Bassdrum gibt den Beat vor – passend für die Liveshow umarrangiert im Vergleich zum Album, auf dem ruhige Streicher dominieren. Doch auch die bleiben nicht aus. Sie begleiten in „Keine Rosen“ Teesys kitschige Phrasen. „Brauch’ keine Rosen und Wagen, kein’ großen Garten, alles, was ich will, bist du“ singt er. Eine sanfte Ballade, er schließt dabei die Augen. Seine Stimme klingt kräftig, er hält auch die hohen Töne. Es ist ein Moment, in dem normalerweise Feuerzeuge in die Luft gehalten werden. Stattdessen sind nur bläulich leuchtende Handydisplays zu sehen. Und die vielen Pärchen schunkeln im Takt.

„Wollen wir das Tempo wieder anziehen“, fragt er nach dem Lied. Ja, bitte! Er springt vom Hocker und stimmt das locker-leichte Lied „SOS“ an. Der Umschwung klappt. Das Publikum tanzt ausgelassen – vor allem, als Teesy in dem Part, den sonst Labelkollege Cro rappt, eine Panda-Maske aufsetzt.

Nach einer guten Stunde ist das Konzert zu Ende. Teesy verabschiedet sich vom Publikum mit dem Lied „Danke“ und von seinen Mitmusikern mit lockeren Handschlägen. Wieder ist der Eindruck da, dass da gute Freunde einfach zusammen Musik gemacht haben. Dann verbeugen sie sich gemeinsam – und erinnern wieder an eine Boyband.     

Von Maike Brülls

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