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Weltweit Ulrich Tukur im Großen Sendesaal des NDR
Nachrichten Kultur Weltweit Ulrich Tukur im Großen Sendesaal des NDR
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09:49 02.01.2010
Von Ronald Meyer-Arlt
Kleiner Einzug in den Großen Sendesaal: Ulrich Tukur und die Rhythmus Boys starten die Silvesterparty, die später auch mal richtig wild wird. Quelle: Steiner
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Die Zugabe, erstaunlicherweise als reines Instrumentalstück dargeboten, entlässt die Zuhörer von Ulrich Tukur und seinen Rhythmus Boys dann vielleicht doch ein bisschen nachdenklich in die letzten Stunden des Jahres. Eine weitere Zugabe wird nicht verlangt, schließlich hat der Sänger schon angedeutet, dass er und seine Tanzkapelle noch zurück nach Hamburg müssen, und man will ja auch nicht, dass der Star den Jahreswechsel auf der Autobahn verbringt. Außerdem hat er ja bereits viel geboten: satte zweieinhalb Stunden Tanz- und Traummusik, vornehmlich aus den vierziger Jahren. Vom „Kriminaltango“ des Hazy Osterwald Sextetts über „Bongo, Bongo, Bongo“ von den Andrew Sisters bis zu „So wird’s nie wieder sein“ von Ilse Werner gibt es viel Schräges und Bekanntes aus der Hochzeit des Swing. Tukur singt sehr schön mit angenehmer Stimme, wechselt vom Akkordeon zum Klavier und wieder zurück, und die Rhythmus Boys agieren präzise und spaßig.

Das Schönste aber sind die Ansagen. Ulrich Tukur referiert den Inhalt der Lieder, erzählt von düsteren Hafenkneipen und traurigen Liebesgeschichten, er veralbert seine Rhythmus Boys, erinnert öfter mal an Rudi Schuricke („der aus einem bestimmten Grund heute Abend nicht hier sein kann“) und rezitiert ein kannibalisches Neujahrsgedicht von Joachim Ringelnatz. Tukur ist ein guter Sänger, ein ordentlicher Pianist, und er ist ein begnadeter Conférencier.

Unter den drei Unterhaltungskünstlern, die sich der Wiederentdeckung fast vergessener Tanzmelodien verschrieben haben, ist Ulrich Tukur der größte Showmaster. Max Raabe konstruiert mit seinem Palastorchester eine Zeitmaschine und versucht die alten Schlager so originalgetreu wie möglich zu präsentieren. Er ironisiert durch Nähe. Götz Alsmann ist der Fachmann, er kennt sich aus wie kein Zweiter, er muss die Stücke nicht exekutieren wie Raabe, ihm reicht es sie anzuspielen. Er bricht die Ironie durch Lässigkeit. Ulrich Tukur scheint zwar die Tanzmusik der vierziger, fünfziger und sechziger Jahre genauso zu lieben, wie Raabe und Alsmann das tun, aber er legt es nicht darauf an, dem Publikum diese Liebe mitzuteilen. Seine Zuschauer sollen nicht unbedingt die alten Stücke lieben, sondern vor allem: ihn. Und so liefert Tukur die große Tukur-Show. Und die ist selten ironisch.

Er ist mal kleiner Junge, mal Mann von Welt, aber immer sehnsuchtsvoll, immer eher im Traum als in der Wirklichkeit. Und immer voll glühender Begeisterung. Sitzt er am Klavier, stampft er mit dem Fuß auf, feuert sich und die Band an, malt mit der rechten Hand, während die linke noch spielt, Girlanden in die Luft. Steht er am Mikrofon, lässt er immer wieder sein charmantes Lächeln explodieren, reibt sich mit den Fingern die Schläfen, wischt sich den Schweiß aus den Augenbrauen – ganz der Künstler bei der Arbeit. Wie er da so wirkt und wirbelt, meint man manchmal, dass jetzt etwas Großes entstehen müsste, aber am Ende ist es doch nur wieder ein unterhaltsames Stück Tanzmusik.

Alle reden von Opel und Schweinegrippe, aber an Schiesser und Mary Roos denkt wieder keiner. Vielleicht waren wir einfach mit uns selbst beschäftigt in diesem 2009, das auch das Jahr des Gorillas war. Ein Rückblick.

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