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Weltweit Wieder mal nur das Beste – „Honk“ von den Rolling Stones erscheint
Nachrichten Kultur Weltweit Wieder mal nur das Beste – „Honk“ von den Rolling Stones erscheint
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14:23 16.04.2019
Als sie Hamburg rockten: Die Rolling Stones (v. l. Ronnie Wood, Mick Jagger, Charlie Watts und Keith Richards) beim Europatourauftakt 2017. Jetzt erscheint ein neues Best-of-Album. Quelle: PublicAd
London

Ja, es gibt schon wieder eine „Best of“-Platte der Rolling Stones. „Honk“ heißt das am Freitag erscheinende Doppelalbum – ein Schimpfwort aus dem amerikanischen Slang, das längst auch auf deutschen Schulhöfen Einzug gehalten hat. Ein „Honk“ ist einer, der sich prächtig blamiert hat, ein Trottel, Esel, Blödmann. Warum die dienstälteste Rock’n’Roll-Band der Welt im 57. Jahr ihres Bestehens auf diesen Titel verfallen ist – keine Ahnung. Die letzte Hit-Kompilation der Stones (die 29. insgesamt) hieß 2012 deutlich cooler „Grrr!“ , die vorletzte auch: „Forty Licks“ (2002).

Natürlich gibt es wieder Überschneidungen en masse

Vielleicht ist es eine Publikumsbeschimpfung, eine Einschätzung der Stones desjenigen, der „Honk“ kauft. Zwar hat man damit nicht schon wieder die kompletten Sixtiesklassiker von „Satisfaction“ bis „Ruby Tuesday erstanden, denn „Honk“ konzentriert sich auf die Alben ab „Sticky Fingers“ (1971). Aber natürlich gibt es auch da Überschneidungen zur Genüge. Nur ein Drittel der 36 Songs war nicht schon auf „Grrr!“ enthalten. Bot „Forty Licks“ dem Fans zumindest ein paar neue Songs, ist die Ausbeute auf „Honk“ gleich Null.

Drei der Lieder stammt von „Blue & Lonesome“, dem phänomenalen Coveralbum mit dem die Stones 2016 ihre Blues-Vorbilder ehrten, ein bisschen mehr als sonst auf ihren Hitsamplern üblich wird von den Alben „Voodoo Lounge“ (1994) und „Bridges To Babylon“ (1997) gereicht. Und mit „Rough Justice“ und „Rain Fall Down“ wird endlich auch „A Bigger Bang“ (2005) geehrt, das bislang tatsächlich letzte Studiowerk der Band mit selbstgeschriebenen Songs. Laut Keith Richards könnte übrigens spät in diesem Jahr endlich der Nachfolger erscheinen.

Auf der Deluxe-Edition singen Grohl, Welch, Paisley und Ed Sheeran

Ein Honk also, der sich „Honk“ ins Regal stellt? Nicht unbedingt. Die Deluxe-Edition mit drei CDs enthält zehn zuvor unveröffentlichte Live-Aufnahmen, darunter die zuletzt wieder ins Konzertprogramm gehobene Hippiehymne „She’s A Rainbow“. Am Interessantesten sind dabei wohl vier Duette. Vorab schon wurde die Ballade „Wild Horses mit Florence Welch (von Florence & The Machine) ins Netz gestellt. Beim Countryrockschunkler „Dead Flowers“ gesellt sich passenderweise Countrysänger Brad Paisley zu Mick Jagger ans Mikrofon, bei „Bitch“ rockt Foo-Fighters-Frontmann Dave Grohl mit. Vierter Gast im Bund mit der Band ist Ed Sheeran. Der inzwischen quasi überall mitsingt – ob mit Taylor Swift, Andrea Bocelli oder mit befreundeten Lennister-Soldaten am Lagerfeuer in der Fernsehserie „Game of Thrones“. Der seit seinem Hobbit-Hit „I See Fire“ zum Liebling der Massen avancierte Sheeran singt auf „Honk“ bei „Beast of Burden“ mit, dem 1978er Stones-Hit, den auch die große Aretha Franklin coverte. „Ain’t I hard enough?“ fragt Sheeran seinen Duettpartner Mick Jagger.

Naja, geht so.

Von Matthias Halbig

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