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Weltweit Wirbel um Karikaturen-Schau von Greser&Lenz
Nachrichten Kultur Weltweit Wirbel um Karikaturen-Schau von Greser&Lenz
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18:42 20.01.2015
Die beiden Karikaturisten Achim Greser (li.) und Heribert Lenz in ihrem Atelier in Aschaffenburg mit einer ihrer Mohamed Karikaturen nach den Anschlägen gegen die Redaktion von „Charlie Hebdo“.  Quelle: dpa
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Hanau

Nach den Attentaten von Paris hat die Stadt Hanau eine Karikaturen-Ausstellung zunächst aus Sicherheitsgründen abgeblasen, nun soll die Schau aber doch stattfinden. „In diesen Tagen und Wochen können wir auf eine solche Ausstellung nicht verzichten“, sagte Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) am Dienstag.

Die Werkschau des Aschaffenburger Zeichnerduos Achim Greser und Heribert Lenz soll ab 14. März gezeigt werden. Die Wanderausstellung war bereits in Friedrichshafen zu sehen. Sie beinhaltet rund 200 Werke, nur der kleinste Teil hat religiöse Themen zum Inhalt - eine Mohammed-Karikatur ist nicht dabei.

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Dennoch wird die Ausstellung deutlich mehr kosten als ursprünglich geplant. Grund sind die höheren Sicherheitsanforderungen nach den Anschlägen auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“. Eine Absage komme aber nicht infrage, sagte Kaminsky: „Bei der Ausstellung geht es im Kern darum, dass wir uns nicht einschüchtern lassen.“

Das Karikaturisten-Duo zeichnet unter anderem für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ). Diese hatte am Dienstag berichtet, Hanau habe die Ausstellung abgesagt; sie sei für die klamme Kommune nicht finanzierbar. Der dadurch ausgelöste Wirbel habe in der Stadt „eine neue Nachdenklichkeit“ bewirkt, begründete Kaminsky das Hin und Her. „Alles andere hätte missverstanden werden müssen.“

Ob die Schau wie geplant im Schloss Philippsruhe stattfinden könne, sei unklar; ebenso wie die Frage, welche Sicherheitsvorkehrungen nötig seien und welche Mehrkosten auf die Kommune zukämen. „Aber ich bin sicher, dass wir das hinkriegen.“ Man habe bereits Kontakt mit der Polizei aufgenommen und hoffe auf finanzielle Unterstützer bei Bürgern und Wirtschaft.

Die beiden Karikaturisten haben Verständnis für das Hickhack. „Es will sich ja keiner dem Vorwurf aussetzen, jetzt in dieser Lage als demokratischer Hosenscheißer dazustehen“, sagte Greser im dpa-Interview. „Wir haben auch nicht das Zeug zum Märtyrer - auch deshalb nicht, weil wir christlich erzogen sind und uns in unserem Paradies keine Jungfrauen versprochen werden. Bestenfalls die alten Weiber, die jetzt noch in die Kirche gehen.“

Die Ausstellung zeige quer Beet, „was wir so machen: politische, kulturelle, sportliche, wirtschaftliche Themen. Religiöse Themen kommen auch vor, aber es ist ausdrücklich keine "Jetzt erst recht"-Ausstellung nach Paris.“ Islamkritische Karikaturen seien auch dabei: „Man müsste ja als kritischer Beobachter der Themen der Zeit auf den Kopf gefallen sein, wenn man die auslassen würde.“

Ein Gutes hat der Wirbel, das musste auch OB Kaminsky bei der spontan anberaumten Pressekonferenz zugeben, bei der eigentlich das Programm der Hanauer Museen vorgestellt werden sollte: Für Werbung ist bereits gesorgt.

dpa

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