Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Medien & TV ARD sendet Doku über Deniz Yücel: „An die Freilassung hab ich keine echte Erinnerung“
Nachrichten Medien & TV ARD sendet Doku über Deniz Yücel: „An die Freilassung hab ich keine echte Erinnerung“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:14 15.04.2019
Mit „Die Story im Ersten – Deniz Yücel“ zeigt die ARD eine Doku über den Journalisten, der mehr als ein Jahr in türkischer Haft war. Quelle: dpa/Ralf Hirschberger
Anzeige
Hannover

Seit 14 Monaten ist Deniz Yücel wieder ein freier Mann. Mehr als ein Jahr hatte der deutsch-türkische Journalist in der Türkei in einem Gefängnis gesessen, damit 2016 sogar eine diplomatische Krise zwischen den beiden Ländern ausgelöst. Nun sendet die ARD mit „Die Story im Ersten – Deniz Yücel“ eine Doku über den Journalisten (15.4., 22.45 Uhr). Befragt wird der 45-Jährige, der sich seit seiner Freilassung an einem unbekannten Ort aufhält, von „Tagesthemen“-Moderatorin Pinar Atalay. Doch in dem 45-minütigen Film kommt nicht nur der Journalist zu Wort, sondern auch zahlreiche Menschen, die an seiner Freilassung und seinem Schicksal teilgenommen haben – darunter der damalige Bundesaußenminister Sigmar Gabriel, „Welt“-Chefredakteur Ulf Poschardt, Freunde und seine heutige Ehefrau Dilek.

So erklärt Yücel in der Doku, warum er überhaupt 2015 für seinen Arbeitgeber, „Die Welt“ in die Türkei ging: „Nicht nur für mich und meinen türkischen Background, sondern auch allgemein war das sicherlich für einen deutschen Journalisten einer der interessantesten und wichtigsten Orte wo man arbeiten konnte.“ Bereits im Sommer 2015 wurde er dann das erste Mal kurzzeitig festgenommen, weil er kritische Fragen gestellt hatte.

Yücels Verhalten konnte von vielen nicht nachvollzogen werden

Der Bericht macht deutlich, dass die Festnahme Yücels nicht völlig überraschend kam. Der Journalist erzählt, wie er auf der Internetseite der türkischen Tageszeitung „Sabah“ Ende Dezember 2015 einen Bericht über festgenommenen Journalisten las und unter den „noch gesuchten“ seinen eigenen Namen entdeckte. Daraufhin rief Yücel einen Kollegen bei seinem Arbeitgeber an. Yücel sagt. „Wir haben beraten und beschlossen, die Bundesregierung einzubeziehen.“ Daraufhin sei er untergetaucht – in der Sommerresidenz des deutschen Botschafters in Istanbul.

Nicht alle konnten damals sein Verhalten nachvollziehen, erzählt sein Freund Imran Ayata. Er sagt im Film: „Als sich die Anzeichen verdichteten, dass er ganz offensichtlich in Gefahr ist, hat er sich ziemlich klar dagegen entschieden, das Land zu verlassen, was ich bis heute nicht versteh, warum er das nicht getan hat.“

„Der kleine Prinz“ als Mutmacher im Gefängnis

Seine Freundin Dilek, die er vor der Haft erst ein halbes Jahr kannte, heiratete ihn noch im Gefängnis. Über die Hochzeit sagt sie: „An dem diesem Tag hat mich statt des ‚wir-heiraten-Gefühls‘ das ‚ich sehe ihn endlich wieder‘-Gefühl überkommen.“ Ins Gefängnis schickte sie ihm als Mutmacher das Buch des „kleinen Prinzen“. Yücel erzählt, dass er die leeren Seiten des Buches, weil er kein Papier bekam, für seinen Artikel aus der Haft benutzte. Mit alter Wäsche ließ er seine Notizen so der Redaktion zukommen – die daraufhin sein Haftprotokoll veröffentlichte.

Sigmar Gabriel äußert sich in dem Film auch zu den Vorwürfen, die Bundesregierung hätte nicht genug für Yücel getan. Gabriel: „Ich weiß nicht, woher die Menschen den Eindruck hatten, wir hätten nichts getan. Was hätten wir machen sollen? Einmarschieren in der Türkei? Hätten wir sagen sollen: wir schicken alle Türken nach Hause? Wir machen ein Reise-Verbot? Hätte das Yücel schneller aus dem Gefängnis gebracht?“. Er habe damals in Absprache mit der Bundeskanzlerin Ex-Kanzler Gerhard Schröder als Vermittler eingesetzt. Der wiederum will in der Doku nichts sagen, lässt Pinar Atalay ausrichten, dass er Stillschweigen bewahren wolle.

Freilassung nach 367 Tagen Haft

Am 16. Februar 2017 wird Denis Yücel nach 367 Tagen aus der Haft entlassen. Doch an den Moment selbst kann er sich kaum erinnern, wie er erzählt: „Gerade dieser erste Moment, das war zu viel. Das hat mich überwältigt, so dass ich keine echte Erinnerung habe.“

Laut ARD arbeitet Yücel nun an einem Buch über sein Jahr in türkischer Haft, sein Arbeitgeber Axel Springer hat ihn seit der Freilassung freigestellt.

Von RND/lob

Dass er nach weit mehr als 30 Jahren mit „Cheri Cheri Lady“ noch einmal die deutschen Charts anführen würde, hätte Pop-Titan Dieter Bohlen vermutlich nicht gedacht. Nun hat er verraten, was er mit dem Capital Bra-Remake des Songs verdient.

15.04.2019

Mehr erzählerische Freiheit und kein bestimmter Sendeplatz – aber es gibt noch einen anderen Grund, warum Schauspieler bei ihrem Regiedebüt lieber großformatig denken.

15.04.2019

Die Fangesänge um „Das Lied von Feuer und Eis“ werden immer lauter: Nur noch wenige Tage, dann startet die achte und finale Staffel von „Game of Thrones“. Eine Übersicht der wichtigsten Fantheorien.

14.04.2019