Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Medien & TV Blut, Schweiß und Tränen
Nachrichten Medien & TV Blut, Schweiß und Tränen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:25 27.09.2013
Von Christiane Eickmann
Noch so jung und schon so viel Last auf den schönen Schultern: Lucrezia (Isolda Dychauk) vertritt den Papst (John Doman) im Vatikan. Quelle: ZDF
Anzeige
Hannover

Es dauert genau fünf Minuten, dann gibt es die ersten zwei Leichen. Papst Alexander VI. (John Doman), besser bekannt als Rodrigo Borgia, irrlichtert im Jahr 1497 durch den Vatikan. Die Trauer um seinen Sohn Juan hat ihn geistig verwirrt und plötzlich hatte er sein Messer gezogen. „Mein Gott, was habe ich getan? Bin ich noch Papst?“, ruft er und verordnet sich selbst zunächst einmal innere Einkehr.

Die zweite Staffel der unter anderem vom ZDF produzierten internationalen Fernsehserie „Borgia“ bietet all das, wofür bereits die erste gelobt worden ist: Intrigen, Verrat, Liebe, Sex, Krieg und Gewalt - verpackt in stimmiger Kulisse und großartigen Kostümen. Gespielt und erlitten von einem tollen Schauspielerensemble.

Anzeige

30 Millionen Euro hat die opulente Produktion aus sechs Doppelfolgen verschlungen und damit noch mal fünf Millionen mehr als die Vorgängerstaffel. Gedreht wurde in den Prager Barrandov-Studios und an Originalschauplätzen in Italien.

Insgesamt hat der US-amerikanische Head-Autor und Serienerfinder Tom Fontana ein bisschen das Tempo aus dem düsteren Sittengemälde herausgenommen. Rodrigos Borgias Kinder Lucrezia (Isolda Dychauk) und Cesare (Mark Ryder) rücken mehr in den Mittelpunkt. So haben ihre Charaktere mehr Raum, sich zu entwickeln. Beeindruckend ist auch dieses Mal vor allem das Spiel der erst 20-jährigen Berliner Schauspielerin Isolda Dychauk. Sie gibt die Lucrezia keineswegs als die männermordende Giftmischerin, als die sie in älteren Geschichtsschreibungen oft dargestellt wird. Sie spielt eine mal verzagte, mal selbstbewusste junge Frau, die schon früh Verantwortung übernimmt, unter anderem, weil sie ihren Vater vertreten muss. Historisch gibt es zwar so manche kleine Ungereimtheit, so ist die Liebe Lucrezias zu ihrem Baby doch eher eine moderne, die nicht einer Zeit entspricht, in der jede Frau, die es sich leisten konnte ihr Kind direkt an die Amme weitergab. Doch das sind Marginalien.

Den Serienmachern geht es in der Tradition der amerikanischen Erfolgsserien ums Erzählen mit allen Mitteln, die das moderne Fernsehen bereithält. Eine Erzählkunst, die bereits der ersten Staffel gute Quoten bescherte - auch bei den jüngeren Zuschauern. Die vermutlich historisch durchaus stimmigen Gewalt- und Sexdarstellungen sind dieses Mal allerdings noch häufiger und heftiger. Überraschend für eine öffentlich-rechtliche Produktion, die bereits um 20.15 Uhr läuft. Wer nicht gerade durch Serien wie „Game of Thrones“ abgehärtet ist, wird wohl ab und an entsetzt wegschauen. Und bitte: Schicken Sie die Kinder ins Bett!

Am Montag gibt es die erste Doppelfolge zu sehen. Die weiteren fünf Folgen der Serie, in der namhafte Schauspieler wie Andrea Sawatzki und Florian Fitz mit von der Partie sind, zeigt der Sender am Dienstag (1.10.), Donnerstag (3.10.), Montag (7.10.), Mittwoch (9.10.) und Donnerstag (10.10.) jeweils um 20.15 Uhr.

Medien & TV „Das Supertalent“ - Die Competition ist zurück
27.09.2013
29.09.2013
Medien & TV Hauptrolle für Daniela Katzenberger - Die Katze wird TV-Ermittlerin
26.09.2013