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Medien & TV Bud Spencer und die Bibel
Nachrichten Medien & TV Bud Spencer und die Bibel
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15:49 28.07.2011
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Wenn Sie heutzutage von einem Kölner aufgefordert werden: „Sarrens ma Blootwoosch“, dann können Sie sich mit der Antwort „Flönz“ ganz schibbolethmäßig als kölsches Urgestein ausgeben – ohne die alttestamentarischen Konsequenzen. Gruppen heben sich damit von der Allgemeinheit ab. Vielleicht hat deswegen der Atheisten-Papst Richard Dawkins solche Verhaltensweisen mit den Genen verglichen. In seinem 1976 erschienenen Buch „Das egoistische Gen“ definierte er so etwas wie Fortpflanzungsgedanken. Übersetzt: Ideen, die einen Nerv treffen, werden weitergetragen. Und schlussendlich teil einer Gruppe. Diese Gedanken nannte er Meme. Schibboleths sind also Meme. Und das Netz ist voll von ihnen. Man muss sie nur erkennen.

Geben Sie einfach mal in der Suche Ihres Vertrauens „Lolcats“ ein: Sie werden Katzen in allen denkbaren Situationen finden – angereichert mit Sprüchen in schlechtem Katzenenglisch. Mit Bezügen auf die Popkultur oder aber auch auf andere Meme.

Steuerbar sind diese Meme nicht. Die Stadt Schwäbisch Gmünd hat nicht damit gerechnet, dass eine Online-Abstimmung für die Namenswahl eines Tunnels so hohe Wellen schlägt: Eine Facebook-Gruppe mit über 40000 Mitgliedern macht sich für den Namen „Bud-Spencer-Tunnel“ stark. Zusätzlich gibt es inzwischen Fan-Songs, eine Website und T-Shirts. Auch Bud Spencer hat erklärt, dass er zu der Einweihungsfeier komme – falls der Tunnel nach ihm benannt werde.
Florian Heinz ist Online-Volontär im Tageblatt und „lebt“ als Floyboy das Netz.

Von Florian Heinz