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Medien & TV Das soziale Netz geht nicht mehr weg
Nachrichten Medien & TV Das soziale Netz geht nicht mehr weg
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20:20 12.08.2011
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Wenn ich über soziale Medien spreche, habe ich mir ein Zitat von Paul Adams zu eigen gemacht. Der Google-Mann hat im Juli vergangenen Jahres bei einem Vortrag gesagt: „Das soziale Netz geht nicht mehr weg.“ Wir haben es mit einer neuen Architektur zu tun. Nicht mehr Daten sind miteinander verlinkt, sondern digitale Identitäten und Daten.

Mails, Videos, Bilder, Dokumente – alles kann ich inzwischen mit der eigenen digitalen Identität verknüpfen. Das Problem: Geht der Dienst pleite oder wird man aus irgendwelchen Gründen ausgeschlossen, sind alle Daten: weg. So ging es einigen Nutzern beim sozialen Dienst Google+: Sieben Jahre Netzleben futsch. Und zwar wegen eines Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen.

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Katja Kullmann hat ihre Probleme mit Facebook in einer Glosse in der FAS verarbeitet: Plötzlich war nämlich ihr Profil gesperrt. Ohne Vorwarnung.

Aber wen kann man bei solchen Problem ansprechen? Telefonnummern mit deutschen Ansprechpartnern findet man auf der Facebookseite vergeblich. Bei Google ist es ähnlich. Die Konzerne bleiben anonym. Aber erlauben können sie sich dieses Gebaren schon lange nicht mehr. Denn Hand aufs Herz: Inzwischen sind die Dienste doch für das öffentliche Leben notwendig. Sie gehören dazu. So wie auch ordentliche Straßen oder die Wasserversorgung dazu gehören. Sie ahnen worauf ich hinaus will? Genau: Das schreit nach einer staatlichen Intervention! Und einer Debatte, wie die Nutzungsbedingungen von Firmen im Lichte der Bürgerrechte zu sehen sind. Der Blogger Felix Schwenzel (@diplix) hat das auf Twitter schön zusammengefasst: „eigentlich lauten die fragen doch nicht internet vs. privatsphäre, appstore oder google vs. transparenz, sondern AGBs vs. bürgerrechte“. Und da müssen wir drüber reden. Denn: Das soziale Netz geht nicht mehr weg.

Von Florian Heinz