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Medien & TV Eine besondere Jahreszeit bei Arte – Das sind die Höhepunkte des „Summer of Freedom“
Nachrichten Medien & TV Eine besondere Jahreszeit bei Arte – Das sind die Höhepunkte des „Summer of Freedom“
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19:10 02.07.2019
Woodstock lebt: Der legendäre Film von Michael Wadleigh zeigt eine halbe Million Rockfans und jede Menge legendäre Bands. Der Dreistundenfilm ist Teil von Artes Popkulturprogramm „Summer of Love“. Quelle: UPI/dpa
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Straßburg

Happy Birthday! 50 Jahre ist Woodstock nun auch schon wieder her - das Festival für eine bessere freiere Zukunft. Eine halbe Million Musikfans versammelte sich im August 1969 nahe Bethel im US-Bundesstaat New York im Hippiegeist von Liebe, Frieden und Freiheit.

Michael Wadleighs Dreistundenfilm dokumentiert am 16. August bei Arte noch einmal das Musikfest aller Musikfeste. Bands und Künstler wie Santana oder Joe Cocker wurden erst danach zu Stars. Und die Aufbruchstimmung der amerikanischen Jugend wurde vier Tage lang mit ihrer Musik befeuert.

Summer of Freedom – Bei Woodstock war das Publikum der Star

Für Roger Daltrey von The Who, die 1969 schon Weltrang hatten und in Woodstock ihre brandneue Rockoper „Tommy“ aufführten, war dieses Publikum der Star. „Indem die Jugend in dieser unglaublichen Menge auftauchte, schreckte sie die amerikanische Regierung auf. Woodstock war für mich die erste Bewegung auf das Ende des US-Engagements in Vietnam zu“, sagte der Who-Sänger jüngst in einem Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Sie erkannten anhand von Woodstock, dass sie diese Generation beachten mussten.“

Der Film ist Teil des diesjährigen Popsommers von Arte, der unter „Summer of Freedom“ firmiert. Vom 5. Juli bis 25. August geht es jeweils freitags und sonntags um Freiheit und Selbstverwirklichung in der Popkultur. Die stimmgewaltige und extrem meinungsstarke Gossip-Sängerin Beth Ditto führt durch dieses TV-Festival, das Musik stets auch in den Kontext von Gesellschaft und Politik stellt.

Summer of Freedom – Freiheit in Spielfilmen und Dokus

Zu sehen sind nicht nur von Rock’n’Roll erfüllte Streifen wie das Biker-Drama „Easy Rider“ (28. Juli, 22.20 Uhr) mit Dennis Hopper und Peter Fonda, sondern auch ganz anders geartete Spielfilme, die vom Freiheitsgedanken getragen werden: Von „The Big Lebowski“ (7. Juli, 20.15 Uhr), einem Loblied der Coen-Brüder auf die Individualität über Peter Weirs Film „Club der toten Dichter“ (14. Juli, 20.15 Uhr), der von der Befreiung des Geistes aus dem Gefängnis der Schule handelt bis hin zu Ava DuVernays „Selma“ (28. Juli, 20.15 Uhr), in dem Martin Luther King für die Bürgerrechte der Schwarzen Amerikas marschiert.

Man darf gespannt sein, was die Sandalen von Birkenstock (26. Juli 21.45 Uhr) und der Trend zur Merjungfrauenverkleidung (18. August, 22.40 Uhr) mit Freiheit zu tun haben. Freiheit der Fußbekleidungswahl? Freiheit, das ganze Jahr mit Karneval zu erfüllen?

In der Blüte der Musik zeigt sich die Freiheit einer Gesellschaft. Rock’n’Roll und Soul in ihren zahllosen Spielarten und Weiterentwicklungen sind im mehr oder weniger freien Westen entstanden – erst als Abgrenzungs- dann als Vereinigungsmusik. Der „Summer of Freedom“ erinnert mit vielen Musikdokumentationen an die Freiheit künstlerischer Entfaltung. Man betritt mit Johnny Cash Gefängnismauern (7. Juli, 23.55) und wandelt in „Lugau City Nights“ (11. August, 0 Uhr) durch die Ruinen eines legendären Liveclubs in der DDR.

Summer of Freedom – Eine halbe Million Kubaner bei den Stones

Musik als Protest gegen Unfreiheit war, was Bob Marley (2. August, 22.30 Uhr) kreativ werden und was John Lennon und Yoko Ono (5. Juli, 21.45 Uhr) nie ruhen ließ. In deren Erbe steht denn auch die britische Sängerin M.I.A. (2. August, 0.50 Uhr), deren politisches Engagement aber auf ein Publikum traf, das nicht mehr aufsässig war sondern in erster Linie unterhalten werden wollte. Heute gilt bei Konzerten: Bitte, keine Botschaften! Der Rocker, der vor Rechten warnt, kriegt Buhrufe von den Publikümern unserer Tage zugeworfen, die Konzerte lieber meinungsfrei wollen.

Apropos Bühne: Der „Summer of Freedom“ bringt Livemitschnitte von – unter anderem - Marvin Gaye (12. Juli, 0.25 Uhr), Tina Turner (9. August, 22.55 Uhr) und Gastgeberin Beth Ditto (19. Juli, 2 Uhr). Zwar ist das Konzertgeschäft der letzte große Quell für Musikerreichtum geworden. Manchmal aber sind selbst die größten Geldsammler generös. Als die Rolling Stones 2016 erstmals in Havanna spielten, (5. Juli, 23.15 Uhr) kam – wie in Woodstock – eine halbe Million Menschen zusammen. Und der Eintritt war – frei!

Von Matthias Halbig/RND

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