Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Medien & TV Einer für die zweite Chance – Peter Trabner glänzt in „Lucky Loser“ als liebenswerter Tagedieb
Nachrichten Medien & TV Einer für die zweite Chance – Peter Trabner glänzt in „Lucky Loser“ als liebenswerter Tagedieb
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:19 07.07.2019
Geburtstagsständchen: Mike (Peter Trabner, links) singt mit seiner Ex-Frau Claudia (Annette Frier) und ihrem aktuellen Mann Thomas (Kai Wiesinger) für seine Tochter. Quelle: Foto: Thomas Förster/ZDF
Mainz

Beziehungspausen können ganz schon lange dauern – das zeigt die Patchwork-Komödie „Lucky Loser“, die den Auftakt der fünfteiligen Reihe „Shooting Stars – Junges Kino im Zweiten“ bildet. Gezeigt werden Produktionen, die in Kooperation mit der ZDF-Redaktion „Das kleine Fernsehspiel“ entstanden sind und entsprechend laufen sie erst gegen Mitternacht.

Lucky Loser“ ist ein unterhaltsamer Wohlfühlfilm fürs große Publikum

Nur der Auftakt wird um 20.15 Uhr gesendet, und das macht Sinn. Schließlich ist „Lucky Loser“ ein unterhaltsamer Wohlfühlfilm, der nicht nur Cineasten anspricht. Inszeniert hat ihn der 36jährige Nico Sommer, der allerdings schon mehrere kleinere Kinoproduktionen gedreht hat. Filme, bei denen er gern mit dem Mittel der Improvisation gearbeitet hat. „Lucky Loser“ beruht jedoch auf einem Drehbuch des Regisseurs, und das merkt man vor allem den ausgefeilten Dialogen an.

Die Geschichte, die Sommer hier erzählt, ist einfach und gleichzeitig fürchterlich kompliziert. Im Mittelpunkt stehen die Berliner Mike (Peter Trabner) und Claudia (Annette Frier), die bereits vor neun Jahren eine Beziehungspause beschlossen haben. Inzwischen lebt die erfolgreiche Ärztin mit dem Rechtsanwalt Thomas (Kai Wiesinger) zusammen. Und das einzige, was sie noch mit Mike verbindet, ist ihre 15jährige Tochter Hannah (Emma Bading).

Dennoch ist er weiterhin unsterblich in Claudia verliebt und möchte sie unbedingt zurückgewinnen – so absurd, das auch scheint. Und während Claudia gerade vor ihrer Beförderung zur Chefärztin steht, bekommt Mike dagegen überhaupt nichts mehr auf die Reihe. Sein Job ist mies. Er arbeitet in der Autowaschanlage seines Freundes (Andreas Hoppe), und vor allem verliert er, weil er die Frist eines Widerspruchs versäumt hat, seine kleine Wohnung.

Mike macht aus jeder misslichen Lage irgendwie das Beste

Das allein reicht ja eigentlich schon für eine mittelschwere Lebenskrise. Aber es kommt noch schlimmer: Weil Hannah die Bevormundung ihrer Mutter endgültig satthat, Thomas ihr gar mit einem Internat droht, beschließt sie kurzerhand zu ihrem Vater zu ziehen. Nichts ahnend, dass dieser gerade obdachlos ist.

Doch zum Glück hat Mike das Riesentalent, aus jeder misslichen Lage noch irgendwie das Beste zu machen. So leiht er sich von seinem Chef einen uralten Campingwagen, hübscht ihn auf. Und fährt mit Hannah zum Campen nach Brandenburg, genau auf den Platz, wo diese kleine Familie vor der Beziehungspause mehrere Jahre lang ihren Urlaub verbracht hatte.

Was für ein liebenswerter Kerl der Loser Mike ist, zeigt sich, als unerwartet Hannahs Freund Otto (Elvis Clausen) auftaucht. Dass dieser dunkelhäutig ist, stört ihn überhaupt nicht, aber dass Otto doppelt so alt ist wie seine Tochter, findet er nicht so prall. Und so nimmt er ihm das Versprechen ab, dass er nicht vor dem kurz bevorstehenden 16. Geburtstag Hannahs mit ihr schläft.

Das Publikum schaut dem chaotischen Treiben gerne zu

Gesagt, getan. Und so übernachten die drei nun gemeinsam in dem kleinen Wohnwagen, in dem einzigen Bett. Und in der Mitte, zwischen Hannah und Otto, liegt der gute Mike. Doch dann nimmt die Geschichte eine Wendung, als Claudia auf dem Campingplatz erscheint. Und Mike wittert die Chance, ihre einstige Liebe neu zu entfachen.

Obwohl der Schluss genremäßig vorhersehbar ist, schaut man dem ziemlich chaotischen Treiben dieser ungewöhnlichen Familie weiterhin gerne zu. Was unter anderem an den netten Dialogen liegt. Aber vor allem spürt man die Sympathie und die Nähe, die Nico Sommer zu seinen Figuren hat. Ihre haarsträubenden Konflikte nimmt er ernst, keine wird denunzierend vorgeführt, mit Ausnahme vielleicht des spießigen Anwalts Thomas, der gern mal heimlich einen Joint raucht.

Und dann ist da noch der Hauptdarsteller Peter Trabner als Versager und Lebenskünstler, eine Rolle, die ihm auf den nicht gerade schlanken Leib geschneidert scheint.

Von Ernst Corinth/RND

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Frau eines Beamten beginnt eine Affäre mit einem Grafen. Leo Tolstois Roman „Anna Karenina“ war Skandalbuch und Bestseller im späten 19. Jahrhundert. ZUletzt wurde der Stoff mit Keira Knightley fürs Kino verfilmt. Jetzt plant die BBC eine Fernsehserie.

07.07.2019

Kai Pflaumes Familienshow „Klein gegen Groß“ ist Quotensieger des Samstags (6. Juli). Auf Platz 2 folgt die ZDF-Krimiserie „Ein starkes Team“.

07.07.2019

Mit „Zart am Limit“ startet Laura Karasek bei ZDF neo ihre eigene Talkshow. Im Interview spricht sie auch über ihren Vater Hellmuth Karasek und ihre Prominenz.

05.07.2019