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07:53 18.07.2013
Von Dany Schrader
Wiedersehen mit Jane Austen: Sally Hawkins gibt die Anne in „Verführung“. Quelle: arte
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Es ist eine besondere Welt, in die sich Millionen Leser noch heute gerne führen lassen: Jane Austen (1775–1817) versetzt ihre Leser in dunkle Gemäuer, wo bei Kerzenschein an langen Tafeln gespeist wird, und Frauen die züchtige Spitzenhaube nur in seltenen Ausnahmen absetzen dürfen. Und es ist eine Welt, in der sich für ihre Zeit ungewöhnlich starke und eigenwillige Frauen gegen die Macht starrer Konventionen behaupten. Für manche Leser ist Jane Austen damit eine Autorin von Romanen häuslichen Lebens. Andere sehen in ihren Werken gar einen gesellschaftskritischen Ansatz aus feministischer Sicht.

Der Sender arte widmet der britischen Schriftstellerin von heute an eine kleine Filmreihe: Jeweils donnerstags um 20.15 Uhr sind insgesamt vier britische Verfilmungen von Austen-Romane zu sehen, die alle zum ersten Mal im deutschen Fernsehen gezeigt werden. Zum Auftakt zeigt arte Jane Austens Verführung“, eine 90-minütige Adaption des letzten vollendeten Romans der Autorin. Darauf folgen am 25. Juli „Northanger Abbey“, am 1. August „Emma“ und schließlich am 8. August die Produktion „Mansfield Park“.

Wie sehr diese Art des historisch-romantischen Dramas, in der die Protagonisten scheinbar züchtig Konversation machend über englischen Kurzrasen schlendern, zwischen den Zeilen aber die Wucht großer Gefühle durchscheint, bei den Zuschauern ankommt, hat gerade erst die Serie „Downton Abbey“ bewiesen. Das ZDF hatte die um 1912 angesiedelte Reihe aus der Feder von Drehbuchautor Julian Fellowes zwar im Nachmittagsprogramm versendet, weltweit aber gilt „Downton Abbey“ als eine der bestes Tv-Serien überhaupt.
Zwar sind die Austen-Erstausstrahlungen bei arte schon einige Jahre älter, einige von ihnen aber stammen ebenfalls vom „Downton“-Sender ITV, und der ebenso sorgfältige wie liebevolle Umgang mit historischen Stoffen ist auch bei den Adaptionen spürbar. Zwar hat sich auch Hollywood immer mal wieder mit großen Schauspielstars – etwa Gwyneth Paltrow als „Emma“ oder Keira Knightley in „Stolz und Vorurteil“ – versucht, doch die meist als Mehrteiler angelegten Verfilmungen des britischen Privatsenders wirken ebenso wie die der BBC authentischer und ehrlicher. Das fängt bei den reinweißen Baumwollkleidern und dem scheinbaren Verzicht auf Make-up an, das es damals in heutiger Form nicht gab, und endet bei den klug geschriebenen Drehbüchern, die meist fast ehrfürchtig eng am Original bleiben, aber auch Gespür für den feinsinnigen Humor Austens beweisen.

Austen-Kenner haben unter den Verfilmungen der gerade einmal sieben vollendeten Romane der Pastorentochter aus Bath längst ihre Lieblingsproduktionen gewählt. Alle paar Jahre wird der populäre Austen-Stoff in Großbritannien aufs Neue aufgegriffen und mit gefragten Schauspielern in den Hauptrollen neu interpretiert. So gibt es in „Northanger Abbey“ ein Wiedersehen mit Carey Mulligan, die gerade erst als Daisy in Baz Luhrmanns Neuverfilmung von „Der große Gatsby“ zu sehen war. In der Jane-Austen-Verfilmung spielt Mulligan die berechnende Isabella, die der verträumten Catherine (zauberhaft: Felicity Jones) beinahe als Mitinitiatorin einer Intrige den Weg zur großen Liebe verbaut.

Für die jüngste Adaption von „Mansfield Park“ stand vor wenigen Jahren Billie Piper vor der Kamera, die in Deutschland wohl nur wenige Zuschauer kennen. Dem britischen Fernsehpublikum allerdings ist sie als festes Mitglied der Kultserie „Dr. Who“ bekannt. In der Rolle der kuppelsüchtigen Emma in der gleichnamigen Romanverfilmung, die 1996 parallel zur Kinoversion mit Paltrow zu sehen war, ist Kate Beckinsale zu sehen – die viel englischer, distinguierter und weniger nervend-naiv wirkt als ihre US-Kollegin in derselben Rolle. Weniger gute Noten von Kritikern bekam die Adaption von „Verführung“, in der die aus dem Überraschungskinoerfolg „Happy Go Lucky“ bekannte Sally Hawkins die Hauptrolle der Anne Elliot spielt. Viel zu atemlos sei die Geschichte um die unerfüllte Liebe Annes zu Captain Wentworth erzählt.

Am berühmtesten aber ist wohl ein Austen-Film, den arte nicht zeigt: In der BBC-Adaption von „Stolz und Vorurteil“ aus dem Jahr 1995 spielt Oscar-Preisträger Colin Firth den Mr. Darcy und ist darin in einer dem Buch hinzugedichteten Badeszene zu sehen, in der er mit nassem Hemd einem See entsteigt. Es heißt, diese Sequenz sei die beliebteste Sexszene des britischen Fernsehens überhaupt. Erst kürzlich wurde sie für eine Werbeaktion mit einer überlebensgroßen Statue nachgestellt – um für einen Privatsender zu werben, der sich auf Dramen spezialisiert hat – Jane Austen inklusive.

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