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Medien & TV „Game of Thrones – The Last of the Starks“: Das geschah in Folge 4
Nachrichten Medien & TV „Game of Thrones – The Last of the Starks“: Das geschah in Folge 4
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17:32 06.05.2019
Die Heldin des Nordens: Arya (Maisie Williams) hat den Nachtkönig besiegt. Jetzt unterläuft sie Gendrys Heiratspläne, um einen letzten Auftrag zu erfüllen. Episode 4 der achten und letzten „GoT“-Staffel verkompliziert die politische Situation in Westeros noch einmal. Ein allseits zufriedenstellendes Happy End wird es nicht geben. Quelle: Helen Sloan/HBO via AP
Winterfell

Nach der Schlacht ist vor der Schlacht. Das ist bei der Serie „Game of Thrones“ so seit der ersten Staffel, seit der ehrenwerte Nordfürst Nedd Stark in Königsmund unverhofft enthauptet wurde, nachdem er den inzestuösen Vorgängen um das Königshaus seines alten Kampfgefährten Robert Baratheon auf die Spur gekommen war. Die größte aller Schlachten wurde nun in der Vorwoche geschlagen.

Obwohl ein Sieg der Lebenden gegen die Totenheere unwahrscheinlicher erschien als ein Verbleib von Hannover 96 in der Bundesliga, konnten die Atmenden den Waffengang zu ihren Gunsten schlagen. Der Nachtkönig zersprang in Zehntausende Eissplitter, daraufhin erloschen auch all seine vom Tod erweckten Krieger im Nu. Und nun können die auf knapp die Hälfte reduzierten Truppen von Jon Schnee (alias Aegon Targharyen) und Drachenkönigin Daenerys durchschnaufen. Aber nur kurz. Denn die böse Königin Cersei mit ihren gut ausgeruhten Heerscharen und ihrem Flottenchef Euron Graufreud wollen ihre Gegner kleinkriegen, solange die k.o. sind.

Die Ausgangssituation

Schwere Stiefel – Achtung: hier beginnt das Spoilertum – sind im ersten Bild der vierten Episode zu sehen. Ein leichenblauer Ser Jorah liegt da vor Winterfells Toren, beweint von einer trauerblassen Daenerys. So endet also eine der unglücklichen und schönsten Romanzen der Seriengeschichte. Von Herzen liebte der Geächtete der Bäreninseln seine Khaleesi und starb nun den schönsten Rittertod für sie, als er die Drachenkönigin tapfer beschützte. „Ich konnte seine Liebe nicht erwidern“, wird Daenerys später ihrem Jon gestehen.

Derweil vergießt Sansa Stark Tränen für den gefallenen Ziehbruder Theon, der sie einst aus der Burg des Sadisten Ramsay Bolton rettete. Und dann zieht die Kamera hoch und an der Stelle, an der in der Vorwoche die Armeen der Allianz die Truppen des Nachtkönigs erwarteten, sind die Leichen zu Scheiterpyramiden gestapelt.

Der majestätische Jon

Jon Schnee, der ja eigentlich Aegon Targaryen heißt und als Sohn von Lyanna Stark und Prinz Rhaegar Targaryen ein stärkeres Anrecht auf den Eisernen Thron hat als seine Geliebte (und Tante) Daenerys Targaryen, hält die Trauerrede auf die Gefallenen. Die übliche Außenseitermelancholie sind aus seinem Blick und seiner Stimme gewichen, die Rede zeugt von innerer Majestät und spätestens bei seinen Worten „Ihresgleichen werden wir nie wiedersehen“ (die vertraute Totenehrung aus Nachtwache-Zeiten) beschleicht uns das Gefühl zu wissen, wer wohl der vortrefflichste Herrscher der Sieben Königslande wäre.

Zwar will Jon auch weiterhin zweite Geige spielen – hinter Königin Daenerys, der er Treue geschworen hat und mit der er auch das Lager teilt – aber wie der frühere Meister der Spinnen Lord Varys ausführt, sind unwillige Könige manchmal die besseren. Jon versucht weiterhin, seine Schwestern Sansa und Arya auf Daenerys einzuschwören. Aber wir wissen: Eher schafft er noch zehn Wiederauferstehungen.

Figuren kommen zurück

Hatte man den zwergenhaften Tyrion Lennister bisher in Staffel 8 nur noch als launige Bonmot-Schleuder erfahren, so kehrt er nun als „Hand“ und Verhandlungsführer von Daenerys zu alter Größe und Bedeutung zurück. Lord Varys, Ex-Spionagechef von Westeros, und bis Staffel vier ein großartiger Strippenzieher, war zuletzt nur noch ein massiger Bildfüller. Jetzt wiederholt er seine einzige wirkliche Loyalität („Ich diene dem Reich“), gewinnt damit sein altes Format wieder und wird wohl in den ausstehenden beiden Episoden zu Tyrions Gegenspieler werden.

Während Tyrion in Daenerys nämlich weiterhin die Garantin einer besseren Welt sieht und Kompromisse vorschlägt („Ich glaube an meine Königin“, „Sie könnten gemeinsam herrschen“), gibt Varys („Dazu ist sie viel zu dominant“) unzweideutig zu erkennen, dass Verrat auch seine guten Seiten haben kann („Ich werde im Interesse des Volkes handeln, ganz gleich, wie hoch der Preis ist.“). Bleibt die Frage, was der offiziell sich weiterhin treu verhaltende Varys genau an Hinterhältigkeiten plant und ob der vorläufig schweigsame Tyrion ihn an Daenerys’ Messer liefern wird. Ach ja, Ser Bron, witzig-gewissenloser und allzeit käuflicher Glücksritter, der einst Tyrion Lennister, später seinem Bruder Jaime diente und der nun von deren Schwester Cersei ausgeschickt wurde, die beiden zu ermorden, taucht in Winterfell mit einer gespannten Armbrust auf.

Die wichtigen Toten der vierten Episode

Rhaegal, der kleinere der beiden überlebenden Drachen, wird von Schiffslanzen der Flotte Euron Graufreuds vom Himmel geholt und um ein Haar folgt ihm der schwarze Drogon in den Tod. Die mächtigen Drachen erweisen sich damit erneut als (viel zu) verletzlich.

Tyrion steht am Ende der Episode eine gefühlte Achtelsekunde vor dem Ableben. Dann aber entscheidet sich Königin Cersei für einen alternativen, nicht minder erschütternden Mord, mit dem sie ihre Widersacherin Daenerys aufs Äußerste herausfordert. Das Unerwartete war immer die Stärke von „Game of Thrones“, am Ende der vierten Episode werden die Fans der Serie, denen es zuletzt zu glimpflich und vorhersehbar für die zentralen Figuren zuging, glücklich (und unglücklich zugleich) gemacht.

Unterbrochene, beendete und aufflammende Liebschaften

Die frisch zum Ritter geschlagene Brienne von Tarth hat den ersten Sex ihres Lebens, doch der unverhoffte Geliebte (nein, es ist nicht der naiv-forsche Wildling Tormund Riesentod) spürt einen letzten großen Auftrag in sich und verlässt die fassungslose Braut schon in der nächsten gemeinsamen Nacht. Die „Sexszene“ der beiden ist eine der zartesten der ganzen Serie.

Gendry, Arya Starks erster Bettgefährte, sieht in Arya seine Lebensgefährtin für die ihm von Daenerys angetragene Herrschaft auf Burg Sturmkap, bekommt für seinen Heiratsantrag aber einen Korb („Ich bin keine Lady!“). Auch Arya folgt (zusammen mit dem „Bluthund“ Sandor Clegane) einer letzten Mission und erwartet nicht, noch einmal in ihre Heimatburg Winterfell zurückzukehren.

Tyrion und seine Exfrau Sansa tauschen weiterhin scheue Blicke – erwacht hier etwa die unglückselige Verbindung, die aus dem in Weibergeschichten ungestümen Hallodri Tyrion in den Staffeln drei und vier einen Romantiker machte, zu neuer und besserer Blüte?

Freunde sagen Tschüss

Tormund Riesentod geht mit den überlebenden Wildlingen zurück in die Gefilde jenseits der Mauer, glaubt aber an ein Wiedersehen mit Jon („Man kann nie wissen“), dem der seinen inzwischen einohrigen Schattenwolf Geist anvertraut. Anschließend verabschiedet Jon noch den schwergewichtigen Sam, der mit seiner schwangeren Goldie zur heimatlichen Tarly-Burg aufbricht. „Du bist der beste Freund, den ich je hatte“, schmachtet Sam. „Du auch, Sam“, antwortet Jon. Hach! Wahre Liebe gibt es doch nur unter Männern.

Daenerys ist der Wahnsinn

Mit der Ernennung Gendrys, des Bastards von König Robert Baratheon, zum Lord von Sturmkap, versucht Daenerys zu Begin der vierten Episode die eisige Stimmung zu brechen, die ihr von den Menschen des Nordens entgegenschlägt. Ihre Losung: „Wir werden den letzten Krieg bestehen für eine Zukunft ohne Furcht und Grausamkeit.“ Natürlich spürt sie, dass alle Sympathien weiterhin nur ihrem Geliebten Jon gelten.

Weil Daenerys bange ahnt, wie wackelig ihre Position als „Zuagroaste“ ist, schwört die Ehrgeizige Jon darauf ein, niemandem seine wahre Identität zu verraten. Der aber sieht sich – obwohl er auf den Eisernen Thron verzichten würde -zumindest gegenüber seiner Familie zur Wahrheit verpflichtet. Sansa petzt Jons Geheimnis daraufhin gleich mal Tyrion, der seinerseits Varys Bescheid gibt. „Ich sorge mich um ihre geistige Verfassung“, gibt der Meister der Flüsterer sodann zu bedenken.

Und Varys könnte recht behalten: Als man ihren zweiten Drachen tötet, sieht man Hass in den Augen von Daenerys. Und als Cersei dann noch einen der wichtigsten Menschen in ihrem Leben tötet, könnte es der Targaryen-Wahnsinn sein, der in ihrem Blick flackert. Die Drachenkönigin, der wir von Staffel zu Staffel alles erdenklich Gute wünschten, könnte dem unseligen Pfad ihres irre gewordenen Vaters Aerys II. folgen. Königin Cersei versucht sie in Königsmund jedenfalls in eine Falle zu locken, die all ihre Versprechungen von einem Zeitalter der Liebe und des Friedens zunichte machen würde.

Und jetzt?

Auf den Zinnen von Königsmund warten vier riesige Harpunen auf den letzte Drachen Drogon. Die Allianz gegen Cersei ist brüchig geworden, ihre Truppen sind dezimiert, erschöpft und zweifelnd.

Eine Liebesheirat der beiden Protagonisten erscheint auch immer unwahrscheinlicher: „Sie ist seine Tante“ sagt Varys zu Tyrion, „Jon ist im Norden aufgewachsen. Heiratet man da seine Tante?“ Alles ist wieder so herrlich komplex und offen, wie wir es an „GoT“ so liebten.

Aber keine Mär endet mit dem Sieg der bösen Königin, auch wenn deren Pläne zunächst aufzugehen scheinen. Jaime reitet vermutlich gen Königsmund, um seiner Schwester Cersei den Garaus zu machen, auf Aryas und des Bluthunds noch ungenannte Vorhaben darf man gespannt sein. Eins steht fest: Ein schnuckeliges Happy End der Serie wird es nach dieser (herausragenden) Episode nicht mehr geben.

Bombast zum Schluss

Dafür stehen offenbar noch zwei Sternstunden des Fernsehens bevor. Die große Schlacht gegen den Nachtkönig scheint noch einmal getoppt werden zu können. Allein die fünfte Folge (zu sehen in der Nacht zum Montag, 13. Mai), werde Wahnsinn, verriet Daenerys-Darstellerin Emilia Clarke in einem Interview. In „stern.de“ war von Clarke die Aufforderung zu lesen: „Sucht euch den größten Fernseher, den ihr kriegen könnt!“

Von Matthias Halbig/RND

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