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Medien & TV Hinter den Kulissen der Flüchtlingskrise – ZDF bringt Dokudrama über Merkels Entscheidung
Nachrichten Medien & TV Hinter den Kulissen der Flüchtlingskrise – ZDF bringt Dokudrama über Merkels Entscheidung
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11:30 19.07.2019
Was tun in der Not? Bernhard Kotsch (Stefan Mehren) mit Angela Merkel (Heike Reichenwallner) in einer Szene des Dokudramas „Stunden der Entscheidung“.
Was tun in der Not? Bernhard Kotsch (Stefan Mehren) mit Angela Merkel (Heike Reichenwallner) in einer Szene des Dokudramas „Stunden der Entscheidung“. Quelle: Hans-Joachim Pfeiffer/ZDF/dpa
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Mainz

Anfang September 2015: Im Keleti-Bahnhof in Budapest sitzen seit Tagen Tausende Flüchtlinge fest. Am 4. September entschließen sie sich zum Aufbruch, ihr Ziel ist Deutschland. Der Weg des sogenannten „Marsches der Hoffnung“ führt entlang der Autobahnen. Als Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Bildern aus Ungarn konfrontiert wird, muss sie schnell entscheiden: Wann ist mit dem Eintreffen der Flüchtlinge zu rechnen? Soll Deutschland sich bereit erklären, Tausende von ihnen aufzunehmen?

Historischer Wendepunkt in der Geschichte Deutschlands

Was in den darauf folgenden Stunden geschieht, zählt zu den historischen Wendepunkten nicht nur der Ära Merkel, sondern in der Geschichte der Bundesrepublik. Das ZDF widmet diesen Ereignissen nun ein Dokudrama. „Stunden der Entscheidung - Angela Merkel und die Flüchtlinge“ wird am Mittwoch, 4. September 2019, dem vierten Jahrestag der Ereignisse, um 20.15 Uhr ausgestrahlt.

Im Mittelpunkt des 90-Minüters steht einerseits der Entscheidungsprozess der deutschen Bundeskanzlerin an jenem 4. September 2015, als sie sich entschloss, die deutsche Grenze für Flüchtlinge offenzuhalten. Andererseits bezieht der Film auch die Perspektive des Syrers Mohammad Zatareih ein, der den Aufbruch der Flüchtlinge im Hauptbahnhof von Budapest maßgeblich initiierte.

Das Dokudrama richtet den Blick auch auf den „Marsch der Hoffnung“

So nimmt das Dokudrama neben der Ebene der politischen Hauptakteure auch den „Marsch der Hoffnung“ in den Blick, das Schicksal der Menschen vor Ort. Der Film führt – in einer Mischung aus Spielhandlung, Originalbildern und Aussagen Beteiligter – die Wechselwirkung zwischen den Ereignissen in Ungarn und den Reaktionen der Kanzlerin vor Augen.

Dabei rekonstruiert das Dokudrama die entscheidenden 24 Stunden vom 4. auf den 5. September 2015. Das zunächst parallel verlaufende und schließlich mehr und mehr ineinander übergreifende Geschehen um die beiden Hauptfiguren bietet den dramaturgischen Leitfaden für die szenische und dokumentarische Darstellung.

Angela Merkel wird in dem Dokudrama von Heike Reichenwallner gespielt, Mohammad Zatareih von Arami Aram. Regisseur ist Christian Twente. Das Drehbuch schrieben Sandra Stöckmann und Marc Brost, der als Leiter des Hauptstadtbüros der „Zeit“ mit weiteren Kollegen das Geschehen 2015 akribisch mitverfolgte, publizistisch begleitete und selbst mit zahlreichen Involvierten sprach.

Der Film enthält Originalaufnahmen und Interviews mit Zeitzeugen

Originalaufnahmen – darunter noch nie veröffentlichtes dokumentarisches Material und Interviews mit damals Beteiligten aus Politik, Medien sowie involvierten Institutionen – ergänzen die szenischen Passagen. Als Interviewpartner für das Dokudrama konnten unter anderen Sigmar Gabriel (damals Vizekanzler), Thomas de Maizière (damals Bundesinnenminister) und Peter Tauber (damals CDU-Generalsekretär) gewonnen werden.

Von RND/ots