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Medien & TV Hübsch und gut – neuer Schwung für den „Tatort“ Dresden
Nachrichten Medien & TV Hübsch und gut – neuer Schwung für den „Tatort“ Dresden
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11:19 28.04.2019
Mit der Lupe an der Leiche: Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) geht der neuen Spur mithilfe des Gerichtsmediziners Lammert (Peter Trabner) nach. Quelle: Foto: Daniela Incoronato/MDR
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Dresden

Es gibt viele Arten, neue Figuren in Serien einzuführen. Sie können laut sein oder leise, beiläufig oder bedeutungsschwer, kapriziös oder unscheinbar, beherzt, schüchtern, nichts von allem oder alles zusammen – wie Leonie Winkler. „Angenehm“, sagt sie zur Begrüßung ihrer neuen Kollegin Karin Gorniak, fügt ebenso tonlos „können wir dann?“ hinzu und folgt – die Waffe im Anschlag – den Spuren eines Mords. Größer könnte die Distanz zwischen Sachlichkeit und Exzess kaum sein. Wahrhaftiger aber auch nicht. Dank Erol Yesilkayas Skript und der Hauptdarstellerin.

Gorniak und Winkler – Polizistinnen wie Feuer und Wasser

Die heißt Cornelia Gröschel. Und ist im Dresdner Tatort „Das Nest“ (Sonntag, 28. April, 20.15 Uhr, ARD) eigentlich nur Nebenfigur neben Gorniak (Karin Hanczewski), die auf der Jagd nach einem Killer ist, der seine Opfer klinisch ausbluten lässt, um sie sodann als spießbürgerliches Stillleben im Keller einer verlassenen Waldvilla zu drapieren.

Unterm Zivilisationsbruch Marke Torture Porn ohne, meist aber mit Kindesmissbrauch machen es Krimis seit Jahrzehnten nur noch ausnahmsweise. Dass die sächsischen Ermittler in neuer Besetzung dennoch nicht im Morast versinken, dafür sorgen zwei Polizistinnen, die zwar (klar) wie Feuer und Wasser sind, das aber nicht mit dem Dampfhammer, sondern es mit Dialogen wie diesem andeuten:

Winkler: Haben Sie Famile?

Gorniak: N’Sohn, Aaron.

Winkler: Gutes Verhältnis?

Gorniak: Is’n Teenager. Winkler?

Winkler: Ja.

Gorniak: Von Otto Winkler?

Winkler: Mein Vater.

Gorniak: Guter Mann.

Winkler: Ja.

Danach aber rasselt der impulsive Platzhirsch Gorniak mit dem nüchternen Frischling Winkler aneinander. Und wie! Während Gorniak den flüchtigen Täter nicht legal, aber effektiv zurück zum Tatort locken will, beharrt Winkler auf Einhaltung strenger Regeln, was dadurch eskaliert, dass letztere den Täter, der ersterer gerade ein Messer in den Bauch gerammt hat, nicht erschießt, sondern laufen lässt.

Mit Natürlichkeit hat sie bereits als Kind „In aller Freundschaft“ veredelt

Nach sechs Wochen Reha und halbverarbeiteten Traumata ermitteln die Antipoden dann zusammen, nicht gemeinsam. Und wie Gröschel das ruhig und gewissenhaft, Hanczewski aufbrausend und verbissen, beide verletzlich und fernab von jeder Theatralik machen: das ist ein echter Glücksfall. Gröschel mag den ortsüblichen Gestus ihrer Figur. „Theatralisch können andere besser“, sagt die Tochter eines Opernsängers beim Interview. „Ich mag die natürlichen, direkten Töne.“

Und genau die machen sie glaubwürdig. Mit dieser Natürlichkeit hat sie bereits als Kind „In aller Freundschaft“ veredelt und später die Satire „Lerchenberg“. Ihr endgültiger Durchbruch als „Honigfrau“ im ZDF barg 2017 zwar die Gefahr, auf Ostrollen festgelegt zu werden. Doch auch, „wenn sich der Fokus zuletzt ein bisschen ostwärts verschoben hat, bin ich für beide Seiten kompatibel und versuche auch, nicht dauernd DDR-Filme zu drehen“. Daran kann selbst ihr „Tatort“ nicht rütteln.

Cornelia Gröschels Fazit: „Ich will durch meine Arbeit überzeugen“

Schließlich könnte der „bis auf ein paar Autokennzeichen überall spielen.“ Allerdings komme nur im Original zum Tragen, was Cornelia Gröschel zeitlebens prägt: starke Frauen, wie sie der Osten hervorbringt. „Nach einem halben Leben vor Kameras muss ich mir von keinem Mann erklären lassen, wie mein Job funktioniert.“ Es nervt sie, aufs Äußere reduziert zu werden.

„Zehnmal bessere Schauspielerinnen ohne blaue Augen und blondes Haar haben es womöglich schwerer“ Andererseits wurde sie nach eigener Auskunft deshalb mal an einem großen deutschen Theater mit der Begründung abgelehnt, ihr fehle die Tiefe. „Als könne man nicht hübsch und gut sein.“ Cornelia Gröschels Fazit: „Ich will durch meine Arbeit überzeugen“. Im neuen Tatort gelingt ihr das wunderbar.

Von Jan Freitag/RND

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