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Medien & TV Der neue Göttingen-"Tatort" in der Blitzkritik
Nachrichten Medien & TV Der neue Göttingen-"Tatort" in der Blitzkritik
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22:21 03.02.2019
Kommissarin Lindholm (Maria Furtwängler, 2.v.l.) und mit Karsten Scholz (Luc Feit, l) und Anaïs Schmitz (Florence Kasumba) in einer Szene des "Tatort - Das verschwundene Kind" (undatierte Filmszene). Quelle: Christine Schroeder/ARD/NDR/dpa
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Göttingen

Ach ja, da war doch was: Der letzte Tatort von Charlotte Lindholm hieß „Der Fall Holdt“ – und da ging für die smarte LKA-Ermittlerin so ziemlich alles schief, was schief gehen kann.

Lange ist das her, im November 2017 ausgestrahlt. Aber die "Tatort"-Reihe um die Furtwängler ist aufgebaut wie eine Serie, es sind nicht wie in anderen Städten lose zusammenhängende Episoden, sondern es entwickelt sich stets weiter. Liebevoll werden in den Anfangssequenzen alte Erinnerungen geweckt und zack, ist auch der Zuschauer mittendrin im neuen Fall aus Hannover.

Doch denkste: Hannover ist Vergangenheit, nun spielt die Musik in Göttingen. Nach dem Desaster um den vergurkten Fall Holdt ist Lindholm strafversetzt in die gefühlte Provinz.

Lindholm bekommt einen starken Gegenpart

Es macht einfach Spaß, der Lindholm dabei zuzusehen, wie sie mit dieser Situation umgeht – und ob man sie nun mag oder nicht, irgendwie ist der Zuschauer auf ihrer Seite. Und plötzlich ist da die dunkelhäutige Göttinger Kollegin, die genauso scharf, genauso gescheit, genau so schnell denkt wie Lindholm. Auch wenn diese Konfrontation etwas gewollt und überzogen wirkt: Anaïs Schmitz (Florence Kasumba) ist sofort ein echter Widerpart und ein Gewinn für den Hannover-, sorry: Göttingen-Tatort.

Im Göttingen-„Tatort“ spielt Furtwängler alias Charlotte Lindholm erstmals an der Seite von Florence Kasumba alias Anaïs Schmitz, weil Lindholm nach Göttingen strafversetzt wurde.

Und auch der Fall ist anrührend, vor allem, weil die 15-jährige Julija von Lilly Barshy so eindringlich und intensiv gespielt wird. Der Spannungsbogen hält, da verzeiht die Blitzkritik die etwas holzschnittartigen Beifiguren wie den boxenden Stiefbruder.

Selbst wenn Charlotte Lindholm gleich zu Dienstbeginn meint (und das gegenüber den neuen Kollegen provokativ und arrogant äußert), in spätestens 14 Tagen wieder aus Göttingen weg zu sein – ein paar weitere Fälle in Göttingen zusammen mit Schmitz alias Florence Kasumba würden dem Niedersachsen-Krimi gut tun. Und dann könnte man ja beide befördern und in die Großstadt Hannover berufen ...

Weiterlesen: Tatort“: So war Florence Kasumbas Start im Team

Nick Vogler