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21:39 18.08.2013
Die Tatortsaison wird am Sonntagabend mit dem Ermittlerduo aus der Schweiz eingeleitet. Quelle: dpa
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Berlin

Viel hat sich in Luzern, dem mittlerweile bewährten Schauplatz des eidgenössischen Serienbeitrags, nicht verändert: Noch immer sind die beiden Ermittler, Reto Flückinger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer), das Beste am Schweizer Tatort. Zwei Kommissare, die auf ihre ganz spezielle Art durchweg sympathisch wirken. Wobei besonders Ritschard zunehmend an Profil und Gewicht gewinnt. So lässt sie in einer witzigen Szene ihren gewohnt brummig agierenden Kollegen einfach wortlos stehen, weil der sie wieder einmal nicht in sein Vorgehen eingeweiht hat.

Doch leider müssen die zwei Ermittler sich auch im Film „Geburtstagskind“ erneut mit einem eher unterdurchschnittlichen „Tatort“-Fall herumschlagen. Dabei geht’s eigentlich um eine höchst emotionale Geschichte: Ein 14-jähriges Mädchen wird an ihrem Geburtstag erschlagen im Wald aufgefunden. Vergewaltigt wurde sie nicht. Aber – das findet der Gerichtsmediziner heraus – sie war im dritten Monat schwanger. Gelebt hat das Kind mit seiner jüngeren Schwester bei der Mutter (Sarah Spale) und dem Stiefvater (Oliver Bürgin). Beide, das ergibt die Befragung der Eltern, wussten oder ahnten nichts von der Schwangerschaft ihrer Tochter, die von ihrem Stiefvater äußerst streng erzogen wurde. Er ist der Vorsteher einer christlichen Sekte, die vor Jahren – und da ist er besonders stolz drauf – die damals drogenabhängige Mutter mit ihren Töchtern von der Straße geholt hat.

Mit Sekten und Sektierern, bei denen der Glaube zum religiösen Wahn wird, hat wohl nicht nur der knurrige Kommissar Flückinger seine Probleme. Der religiöse Eiferer wird natürlich sofort zum Hauptverdächtigen. Aber es gibt auch noch andere zwielichtige Figuren, etwa den leiblichen Vater (Marcus Signer) der Toten, einen ehemaligen Junkie und Herumtreiber, dem der Umgang mit seinen Kindern gerichtlich verboten worden ist und der richtig böse in die Kamera schauen kann. Und dann ist da noch ein junger Mann, der sich so seltsam verhält, dass er einfach ins Visier der Ermittler im Film und vor dem Bildschirm geraten muss.

Genau das ist die große Schwäche dieses „Tatorts“, den Tobias Ineichen inszeniert hat. Die Figuren sind schablonenhaft gezeichnet. Es wird kein Klischee ausgelassen, und man macht es dem Zuschauer durch simple Schwarz-Weiß-Malerei viel zu einfach. Der Film bietet wirklich keine einzige Überraschung oder überraschende Wendung. Und die finale Auflösung des Falls ist dann nur noch die langweiligste Nebensache der Welt. Ein solcher Fernsehmord von der Stange lässt einen dann doch ziemlich kalt. Nach diesem Auftakt kann es eigentlich nur noch besser werden.

Danach gibt es aber zunächst eine kleine Durststrecke für Fans des Sonntagabend-Klassikers: Am 25. August läuft in der ARD ein Rostocker „Polizeiruf 110“ und am 1. September das TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem Herausforderer Peer Steinbrück. Erst am 8. September folgt dann der neue Berliner Tatort „Gegen den Kopf“ mit den beiden Kultkomissaren Ritter und Stark. Im aktuellen Fall geht es um einen Mann, der tot in einer U-Bahn-Station aufgefunden wird - offenbar totgeprügelt von zwei flüchtigen Jugendlichen.

Nächster Hannover-Termin ist ungewiss

Der nächste „Tatort“ aus Hannover mit Ermittlerin Charlotte Lindholm alias Maria Furtwängler befindet sich derzeit in Vorbereitung. Das Drehbuch zu „Der geheime Garten“ stammt aus der Feder von Stefan Dähnert. Während in der vergangenen „Tatort“-Saison, die im Juni endete, vier neue Ermittler-Teams an den Start gingen (in Dortmund, Saarbrücken, Hamburg und der Hamburger Region), gibt es diese Saison zunächst nur zwei Neustarts - und zwar in Erfurt (17.11.) und Weimar (26.12.). Damit beschert der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) den Fans mit gleich zwei Krimis neues Terrain: das Bundesland Thüringen. Zum Jahreswechsel sind dann also 21 Teams für den ARD-„Tatort“ im Einsatz: von Kiel bis München, von Köln bis Berlin, von Luzern bis Wien. Wenn keiner aussteigt und der Bayerische Rundfunk (BR) im Jahr 2014 auch den „Tatort“ aus Franken realisiert, den er 2012 ankündigte, sind es bald sogar 22 Teams.

In Erfurt ermitteln die Kommissare Henry Funck (Friedrich Mücke) und Maik Schaffert (Benjamin Kramme) sowie die angehende Staatsanwältin und Polizei-Praktikantin Johanna Grewel (Alina Levshin). Im ersten Fall „Speed“ geht es um einen mutmaßlichen Serien-Frauenmörder. Am 26. Dezember will der MDR dann mit dem Weihnachts-„Tatort“ aus der Klassiker-Stadt Weimar eine neue Tradition starten: Die Premiere „Die fette Hoppe“ dreht sich um eine Entführung der fiktiven Wurstkönigin Brigitte Hoppe. Akteure: das Duo Kira Dorn und Lessing (Nora Tschirner und Christian Ulmen).

Und sonst? In Frankfurt am Main ermittelt Joachim Król als Kommissar Frank Steier diese Saison noch zweimal ohne seine ausgestiegene Schauspielkollegin Nina Kunzendorf - sie trat bereits im April zum letzten Mal in der Rolle der burschikosen Conny Mey auf. Bereits abgedreht ist ein Solo-Fall für Steier mit dem Arbeitstitel „Der Eskimo“. Im November soll Król dann seinen letzten, insgesamt siebten Fall in der Rolle drehen, dessen Sendedatum noch unklar ist. Seine Nachfolgerin in Frankfurt als Ermittlerin für den Hessischen Rundfunk (HR) wird Margarita Broich („Quellen des Lebens“). Der erste „Tatort“ mit der vor allem in der Theater-Branche bekannten Broich, die privat mit dem Leipziger „Tatort“-Star Martin Wuttke liiert ist, wird wohl erst im zweiten Halbjahr 2014 im Ersten zu sehen sein, also nicht in der kommenden, sondern dann folgenden Saison.

Quoten-Highlights dürften auch in dieser Saison wieder die WDR-Fälle aus Münster mit Axel Prahl und Jan Josef Liefers werden. Sie lockten zuletzt jeweils mehr als 12 Millionen Zuschauer vor den Bildschirm. Im Herbst ist zunächst eine Folge mit dem angekündigten Titel „Die chinesische Prinzessin“ vorgesehen - darin ist Liefers als Professor Boerne dringend tatverdächtig, etwas mit dem Tod einer Künstlerin und Dissidentin aus China zu tun zu haben, neben deren Leiche er ohne Erinnerung in seiner Rechtsmedizin aufwacht. Nach zwei Jahren Pause bringt der HR auch wieder einen seiner experimentierfreudigen Wiesbadener „Tatorte“ mit Ulrich Tukur als LKA-Ermittler Felix Murot ins Programm. Nach der Premiere „Wie einst Lilly“ (28.11.2010) und dem von vielen als irre wahrgenommenen Halluzinationsdrama „Das Dorf“ (4.12.2011) kommt nun wahrscheinlich Mitte Dezember der dritte Tukur-Krimi „Schwindelfrei“ ins Erste. Auch Tukurs vierter „Tatort“ ist bereits gedreht - er heißt „Butterfly“ und soll 2014 laufen. Laut HR wird er wohl der leichenreichste „Tatort“ der Geschichte - mit 47 Toten am Ende der Handlung. Bislang hielt diesen Rekord ein Wiener „Tatort“. In dem Film „Kein Entkommen“ (5.2.2012) gab es mindestens 15 Tote.

dpa/Ernst Corinth

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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