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Medien & TV Redakteure von ARD, ZDF und Deutschlandradio solidarisch mit Restle
Nachrichten Medien & TV Redakteure von ARD, ZDF und Deutschlandradio solidarisch mit Restle
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12:24 24.07.2019
„Monitor“-Moderator und Redaktionsleiter Georg Restle erhielt Morddrohungen. Quelle: Karlheinz Schindler/dpa-Zentralbild
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Köln

Die Redakteure von ARD, ZDF und Deutschlandradio haben die Morddrohung gegen den Redaktionsleiter und Moderator des Politikmagazins „Monitor“, Georg Restle, verurteilt. Man sei bestürzt über die Morddrohung, die der Kollege wegen seines Kommentars in den ARD-Tagesthemen erhalten habe, erklärten die WDR-Redakteursvertretung und die bundesweite Arbeitsgemeinschaft der Redakteursausschüsse Agra am Dienstagabend in Köln: „Wir solidarisieren uns mit ihm. Eine solche Bedrohung für Leib und Leben des Kollegen ist ein abscheulicher Angriff auf ihn und die Presse- und Meinungsfreiheit.“

Georg Restle hatte in einem Kommentar für die ARD-„Tagesthemen“ am 11. Juli die AfD kritisiert und unter anderem gefordert, die Partei müsse als rechtsextremistisch eingestuft werden. Das Schreiben mit der Morddrohung gegen Restle stammt laut WDR offenbar von demselben Absender, der auch die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker und den Altenaer Bürgermeister Andreas Hollstein (CDU) bedrohte. Die Generalbundesanwaltschaft vermutet ein rechtsextremes Tatmotiv.

„Wir Redakteure im WDR stehen für unabhängigen, glaubwürdigen Journalismus, setzen uns dafür ein – auch nach innen, für die innere Rundfunkfreiheit“, erklärte die Redaktionsvertretung. Die prompte Reaktion des Intendanten und der WDR-Geschäftsleitung zum Schutz von Restle sei ein „ermutigendes und wichtiges Zeichen, dass der WDR hinter unseren Werten und hinter seinen Mitarbeitern steht.“

Die Agra äußerte sich „entsetzt“, dass Kollegen für ihre journalistische und investigative Arbeit im Dienst von Demokratie, Aufklärung und Wahrheitsfindung Morddrohungen erhielten. Die Redakteurinnen und Redakteure von ARD, ZDF und Deutschlandradio forderten Politiker, Amts- und Funktionsträger dazu auf, die Sicherheit von Journalisten zu gewährleisten und sich von Menschen und Aussagen, die Kollegen verbal und körperlich angreifen, deutlich zu distanzieren.

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Von RND/epd/kiel