Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Medien & TV „Suspendieren Sie mich!“
Nachrichten Medien & TV „Suspendieren Sie mich!“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:57 12.10.2013
Am Rande eines Zusammenbruchs: Rosa Roth (Iris Berben) gerät in ihrem letzten Fall an ihre Grenzen. Und trifft einen alten Gegner wieder. Quelle: ZDF
Anzeige

Rosa Roth fühlt sich alt. Mit Computern hat sie wenig am Hut, und die Männer bitten nicht mehr sie zum Kaffee, sondern die Jüngere neben ihr. Und dann stirbt ein Kind. Ihretwegen. Rosa Roth ist am Ende. Das gilt für den Inhalt der aktuellen Folge und zugleich für die gesamte Krimireihe. Heute um 20.15 Uhr zeigt das ZDF die allerletzte Folge von „Rosa Roth“.

Mit der 31. Folge führt „Der Schuss“ zu Ende, was vor fast 20 Jahren begann. Wie damals, 1994, in der ersten Folge „In Liebe und Tod“, stehen sich noch einmal Iris Berben als Kommissarin Roth und Hans-Michael Rehberg als Waffenhändler Nikolai Raskow gegenüber.
Das ist eine reizvolle Idee und durch die beiden Schauspieler, die mit den Jahren immer besser geworden sind, auch toll anzusehen. Wohl dosierte Rückblicke zeigen eine junge Berben mit kecker Ponyfrisur. Die männlichen Fernsehkommissare mit Hut und Mantel fingen da gerade erst an, sich an die weibliche Konkurrenz zu gewöhnen. Unter ihnen Rosa Roth.

Anzeige

Ihre erste Begegnung mit Waffenhändler Raskow endete damals tragisch. Roths Lebensgefährte war als verdeckter Ermittler auf Raskow angesetzt, ein Kind wurde erschossen und Roths Lebensgefährte ermordet. Als Täter wurde ein Polizist verurteilt. Für Roth aber blieb Raskow immer verantwortlich für den Tod ihres Freundes.

Nun begegnen sie sich wieder, was zu einem großartigen Dialog führt. Roth stellt klar, dass sie nach wie vor unbestechlich ist. Raskow findet das langweilig und selbstgerecht. Roth: „Aber ich bin damit in meinem Leben eigentlich immer sehr gut gefahren.“ Raskow: „Ist das so? Als wir uns vor 20 Jahren begegnet sind, da waren Sie Kriminalhauptkommissarin. Und heute? Heute sind Sie immer noch Kriminalhauptkommissarin.“ Wie damals spricht auch jetzt wieder alles gegen Raskow. Wieder scheint es trotzdem nicht für eine Verurteilung zu reichen. Und wieder stirbt ein Kind. Diesmal durch die Kugel von Rosa Roth, die daraufhin alles infrage stellt: „Ich habe das Gefühl, ich habe in den letzten Tagen mehr Fehler gemacht als in den letzten 30 Jahren.“ Ist sie zu alt für den Job? „Ich baller’ blind ins Dunkel hinein wie der letzte Amateur. Suspendieren Sie mich! Ziehen sie mich aus dem Verkehr“, fordert sie von der – jungen – internen Ermittlerin, und macht dann doch weiter.

Ihr Fall ist eigentlich ganz einfach: Ein Vater (der so wunder- wie wandelbare Devid Striesow) erpresst Lösegeld von seinem früheren Chef. Dann entführt er seine Tochter von ihren Pflegeeltern. Als Roth ihn stellen will, schießt sie irrtümlich auf das Kind. Das allein wäre schon Folgen füllend. Doch es wird komplizierter, bis die Ermittlungen über verwinkelte Wege immer näher an Raskow heranführen. Doch auch er ist alt geworden und hat die Geschäfte an die nächste Generation übergeben.

„Der Schuss“ ist einer dieser Krimis, dessen vielschichtiger Plot sich erst beim zweiten Sehen vollständig erschließt. Aber wer guckt einen Fernsehkrimi schon zweimal? Andrerseits kennt der Zuschauer das Gefühl ja schon vom „Tatort“ und stört sich offenbar wenig daran.
Iris Berben jedenfalls macht Schluss. Sie selbst wollte Roth beenden, sagt sie. Seit Jahren schon grübele sie über den richtigen Zeitpunkt. Den sieht sie jetzt gekommen: „Und trotzdem fällt es mir nun schwer.“ Für den Zuschauer bleibt als Trost: Es gibt ja noch Hannelore Hoger als „Bella Block“ und Senta Berger als Eva Maria Prohacek. Gut so.

Rosa Roth“ | ZDF

Letzte Folge der Krimireihe.

Sonnabend, 20.15 Uhr

Medien & TV Neues „Polizeiruf“-Team ermittelt - Mein Sohn, der Nazi
Christiane Eickmann 11.10.2013
10.10.2013
Medien & TV Internetmagazin startet - Die Leistung der anderen
Imre Grimm 12.10.2013