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Medien & TV Spotify-Manager über Podcasts als Zukunft für Verlage
Nachrichten Medien & TV Spotify-Manager über Podcasts als Zukunft für Verlage
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15:59 05.06.2019
Michael Krause, Managing Director Central Europe von Spotify, beim BDZV-Kongress in Berlin. Quelle: © Bettina Ausserhofer
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Berlin

Es sind beeindruckende Zahlen. Spotify – ein Streamingdienst der auch viele Deutsche durch ihren Alltag begleitet – hat 217 Millionen aktive Nutzer und 100 Millionen bezahlende Abonnenten. Und das, obwohl der Dienst „nur“ in 79 Ländern verfügbar sei, wie Michael Krause, Managing Director Central Europe von Spotify, auf dem Digitalkongress des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger am Mittwoch in Berlin sagt.

Warum spricht Krause auf diesem Kongress? Warum hat der BDZV einen Mann eingeladen, der für einen Streamingdienst arbeitet, über den die meisten Menschen Musik hören?

In Berlin läuft der Kongress „BeBeta – journalism in progress“ des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) – so kann der Journalismus der Zukunft aussehen.

Es gibt dafür zwei Gründe. Erstens haben die Betreiber von Spotify ganz grundsätzlich eine Geschichte zu erzählen, die auch für die Zeitungsbranche interessant ist. Denn die Digitalisierung hat – früher und schneller noch als in der Zeitungsbranche – alte Erlösmodelle in der Musikindustrie ins Wanken gebracht. Die daraus folgende Mission für Spotify sei gewesen, den Künstlern wieder ein Einkommen zu verschaffen und Milliarden von Fans die Möglichkeit zu geben, die Werke dieser Kreativen zu erleben, so beschreibt es das Unternehmen selbst.

„Uns hat es halt nur früher erwischt“

Zugleich ist klar: Mittlerweile stellt sich auch für Verlage im Zeitalter der Digitalisierung die Frage immer drängender, wie sie künftig mit ihren Inhalten noch Geld verdienen können. Musikindustrie und Zeitungsindustrie hätten in dieser Hinsicht einiges gemeinsam, führt der Spotify-Manager aus. „Uns hat es halt nur früher erwischt“, sagt der Spotify-Manager.

Lesen Sie hier: Das sagt BDZV-Vizepräsident Thomas Düffert über Lokaljournalismus

Krause findet es klug, dass viele Zeitungsverlage jetzt auf ein Plus-Modell setzten: also auf eines, bei dem die Nutzer kostenlose Inhalte bekommen – aber zugleich auch zahlungspflichtige Premium-Inhalte angeboten werden.

Wer auf Spotify werbefrei Musik hören und die Möglichkeit zum Download haben will, muss bei Spotify ein Abo abschließen. Die Erfahrung sei: Ein guter Gratisbereich halte die Menschen nicht davon ab, ein kostenpflichtiges Abonnement abzuschließen. Das Gegenteil sei der Fall: Die Menschen lernten das Angebot so zu schätzen, dass sie bereit seien, für mehr Nutzerkomfort auch Geld zu bezahlen. „Ich verbringe so viel Zeit damit – und ich gebe ja ohnehin im Monat viel mehr Geld für Kaffee aus“: Das seien Erwägungen, die Nutzer vom Abo überzeugten, sagt Krause.

„Viele sind müde, auf das Handy zu starren“

Der zweite Grund, warum es überhaupt nicht absurd ist, einen Spotify-Manager zum BDZV einzuladen, ist, dass Podcasts ein wachsender Markt sind. „Hören ist das neue Sehen“, so lautet Krauses These. „Viele sind doch müde, den ganzen Tag auf ihr Handy zu starren“, sagt er. Da sei es eine gute Alternative, Podcasts anzuhören.

Hier lesen Sie, wie der erste Auftritt des neuen Daimler-Chefs lief.

Hier sieht der Spotify-Manager auch für Zeitungsverlage einen interessanten Markt. Er lobt, es gebe auch bereits sehr viele gute Angebote. Diejenigen, die bereits Podcasts betreiben, müssten überlegen, ob und inwieweit sie technisch aufrüsten wollen. Diejenigen, die erst noch Angebote entwickeln wollen, sollten überlegen, welche Zielgruppe sie jeweils genau in den Blick nehmen.

Die Geschichte ist wichtiger als der Jingle

Grundsätzlich hätten Zeitungsredaktionen sogar einen Vorteil gegenüber den Kollegen vom Radio, befindet Krause. „Es kommt mehr auf einen gute Geschichte an als auf den perfekten Jingle“, sagt er. Die Inhalte seien aber genau die Stärke der Zeitungen. Für diejenigen, die den Podcast erstellen, böten sich ungeahnte Möglichkeiten. Es gebe erstaunlich viele Menschen, die bereit seien, sich auch einen mehrere Stunden langen Podcast bis zum Ende anzuhören.

Doch sind Podcasts auch etwas für den regionalen Journalismus? Diese Überlegung wird in der Fragerunde aufgebracht, die von Hannah Suppa, Chefredakteurin Digitale Transformation und Innovation im Regionalen der Madsack-Mediengruppe moderiert wird.

Krause zeigt sich überzeugt, dass es einen Markt für regionale Podcasts gibt. Regionaler Journalismus sei „cool und unersetzbar“, sagt er. Er empfiehlt den Redaktionen mit Blick auf Podcasts: „Ich würde auf jeden Fall voll reingehen.“

Von Tobias Peter/RND

Wie geht es weiter mit dem Journalismus im Zeitalter der Digitalisierung? Auf dem Kongress „beBETA“ in Berlin sucht die Zeitungsbranche nach Antworten. BDZV-Vizepräsident Thomas Düffert hat sieben Botschaften mitgebracht.

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