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Medien & TV Tour de France: Schlechte Quoten für ARD und ZDF
Nachrichten Medien & TV Tour de France: Schlechte Quoten für ARD und ZDF
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18:33 27.07.2009
Die Radsportfans sahen die Tour lieber bei der privaten Konkurrenz.
Die Radsportfans sahen die Tour lieber bei der privaten Konkurrenz. Quelle: Pavani / afp
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Das waren weniger als im vergangenen Jahr. Eurosport konnte seine Zahlen bei der am Sonntag zuende gegangenen 96. Frankreich-Rundfahrt dagegen im Vergleich zu 2008 deutlich steigern. Beim ZDF saßen nach Senderangaben im Schnitt 980 000 Zuschauer vor den Bildschirmen (Marktanteil 8,4 Prozent). Bei der ARD waren es bei den Live-Übertragungen 1,04 Millionen (8,6 Prozent). Beide zusammen kamen den Angaben zufolge auf durchschnittlich 1,01 Millionen Zuschauer (8,5 Prozent). Die Durchschnittsreichweite von Eurosport bei den Etappen-Übertragungen lag bei 672 000 Zuschauern. Das ist nach Senderangaben ein Marktanteil von 6,1 Prozent.

ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz sagte, es gebe nichts zu beschönigen, die Quoten seien hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Das „journalistisch angelegte Konzept“ der Berichterstattung sei von den Zuschauern nicht wie erhofft angenommen worden. Die Radsport-Fans wollten eben längere Live-Strecken von der Tour sehen. Welche Konsequenzen für die künftige Berichterstattung daraus gezogen werden, bleibe abzuwarten. Zunächst müsse in Ruhe mit der ARD sowie der Europäischen Rundfunkunion EBU und dem Tourveranstalter ASO gesprochen werden.

ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky sagte: „Wir sind der Ansicht, dass wir unter den gegebenen Voraussetzungen das Beste aus unseren Tour-de-France-Übertragungen gemacht haben.“ Dass die Quoten von Eurosport so stark anstiegen, die von ARD und ZDF hingegen zurück gingen, sei zu erwarten gewesen - „denn gerade im Sport bedeutet das Live-Erlebnis für die Zuschauer schließlich alles“. Balkausky fügte hinzu: „Außerdem haben wir im Gegensatz zu Eurosport den Fokus auf die journalistische Berichterstattung um das Thema Doping gelegt, auch dies wurde sicherlich nicht von allen Zuschauern goutiert.“ Dennoch sei dies ein Thema, das gerade bei der Tour de France „für uns unerlässlich ist“.

Eurosport-Programmchef Arnaud Simon sagte, die Reichweiten hätten sich bei seinem Sender seit Beginn der Tour positiv entwickelt. Zum einen habe Eurosport mit seiner ausführlichen Live-Berichterstattung mehr als jeder andere Sender von der Tour berichtet. Zum anderen habe die redaktionelle Hintergrund-Berichterstattung die TV-Präsenz gestärkt.

ARD und ZDF hatten in diesem Jahr in abgespeckter Form von der Tour berichtet und sich dabei erneut abgewechselt. Beide öffentlich-rechtlichen Sender hatten jeweils rund zehn Stunden Fernsehprogramm im Angebot. Eurosport übertrug insgesamt mehr als 80 Stunden live. Im vergangenen Jahr hatten beim ZDF bei der Live-Übertragung der Etappen durchschnittlich 1,35 Millionen Zuschauer eingeschaltet (Marktanteil 12,5 Prozent). Die ARD hatte im Schnitt 1,37 Millionen Zuschauer (13,7 Prozent). Bei Eurosport waren es rund 200 000.

Nach zahlreichen Dopingvergehen hatte vor allem die ARD das Radrennen eigentlich nicht mehr live übertragen wollen. Aufgrund eines bestehenden Dreijahresvertrages mit der EBU bis 2011, die mit dem Tourveranstalter ASO die Übertragungsrechte ausgehandelt hatte, mussten ARD und ZDF nun aber doch von der Tour berichten. 2007 waren beide Sender nach dem Dopingverdacht gegen T-Mobile-Profi Patrik Sinkewitz aus der Live-Berichterstattung ausgestiegen. 2008 hatten beide Sender die Tour wieder täglich begleitet, allerdings wurden wieder eine Reihe von Fahrern des Dopings überführt.

ddp