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23:17 18.07.2014
Von Imre Grimm
„Hyper, Hyper“: H.P. Baxxter bei der Arbeit. Quelle: Christian Charisius
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Das Timing nach der Fußball-Weltmeisterschaft ist für den deutsch-französischen Kulturkanal Arte zumindest aus deutscher Sicht natürlich perfekt. Wegen des Turniers hatte sich der Sender entschieden, seine alljährliche „Summer of ...“-Reihe diesmal etwas später zu beginnen. Am Wochenende nach dem vierten WM-Titel für Deutschland lässt arte nun jene Dekade wieder aufleben, in die Deutschland auch im WM-Rausch gestartet war: die neunziger Jahre - eine Zeitreise in ein „schlafloses Jahrzehnt“, wie die Programmmacher es nennen.

Den „Summmer of the 90s“ eröffnet Kurt Cobain mit einer Überdosis Ruhm. Eine Dokumentation über den Nirvana-Sänger, der 1994 im Alter von 27 Jahren Selbstmord beging, steht am heutigen Sonnabend (21.45 Uhr) zum Auftakt der Reihe auf dem Programm. Die erste Folge einer sechsteiligen Reihe über „Die Mode der 90er Jahre“ und das „Freddie Mercury - Tribute Concert“ in London von 1992 folgen im Anschluss. „Faces of the 90s“ nennt arte das erste Wochenende. Themen der folgenden Sonnabende und Sonntage sind etwa „Love, Peace and Ecstacy“, „Total Entertainment“ und „Street and Style“.

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Es ist der nunmehr achte Sommer, den der Kulturkanal unter ein „Summer of ...“-Motto stellt. Bis zum 24. August zeigt er Spielfilme, Dokumentationen und Konzerte aus jenem Jahrzehnt, in dem arte selbst an den Start ging und in dem auch die Band Scooter ihre ersten Hits wie „Hyper Hyper“ landete. Deren Frontmann H. P. Baxxter (50) moderiert diesmal die Reihe, für den vergangenen Soul-Sommer stand Rapper Samy Deluxe vor der Kamera. „Ich habe mich tierisch gefreut und fühlte mich sehr geehrt“, sagt der in Hamburg lebende wasserstoffblonde Scooter-Frontmann, der mit seiner Band 20-jähriges Bestehen feierte.

„Bei Techno war das ganze Drumherum anders“, meint Baxxter, „die gemeinsame Ekstase, die man da erleben konnte, dieses gemeinsame Feiern“. In den achtziger Jahren sei „alles sehr cool und steril“ gewesen. „Jeder war eher für sich, und das Motto war, möglichst depressiv zu sein.“

Es gibt Spielfilme wie „Good Bye, Lenin!“, die erst später entstanden sind, deren Geschichte aber in jener Zeit angesiedelt ist, oder Neunziger-Jahre-Kinohits wie „Basic Instinct“, „Die Truman Show“, „Reality Bites - Voll das Leben“ oder den „Buena Vista Social Club“. Musikalisch spannt arte den Bogen von Britpop über Rock und Grunge bis hin zu Hip-Hop. Dokumentationen befassen sich mit der Eurodance-Ära und deren Helden wie DJ Bobo und Scooter oder der Boygroup- und Girlband-Kultur mit Stars wie Take That und den Backstreet Boys, den Spice Girls und All Saints. Den einstigen Hollywoodstar River Phoenix („Stand by Me“, „My Private Idaho“), der 1993 mit 23 Jahren an einer Überdosis Drogen starb, porträtiert der Film „Der scheue Star“. Cindy Crawford, Naomi Campbell und Claudia Schiffer sind Protagonisten des Beitrags „Die Ära der Supermodels“, die Londoner Band Blur und deren Antagonisten Oasis liefern sich die unvergessene „Britpop-­Battle“. Und Lady Di und Königin Elizabeth II. stehen sich in der Doku „Das Duell Diana gegen die Queen“ am letzten Abend gegenüber. Zum Abschluss gibt am 24. August noch einmal Britpop den Ton an: zunächst mit Oasis in einem Konzert 2005 in ihrer Heimatstadt Manchester, dann in der letzten Folge der Reihe „The 90s in Music“ mit ihrem Song „Don’t Look Back in Anger“.

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