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Medien & TV arte zeigt zehnteilige Reihe „Die kulinarischen Abenteuer“
Nachrichten Medien & TV arte zeigt zehnteilige Reihe „Die kulinarischen Abenteuer“
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17:31 04.09.2011
Von Christiane Eickmann
Auslauf, Sonne, Respekt: Im Burgenland füttert Sarah Wiener die glücklichsten Schweine der Welt. Quelle: arte
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Die jüngst in der ARD gesendete Reportage über den Geflügelzüchter Wiesenhof hat so Manchem den Appetit verdorben. „Ich esse nur noch Bio-Huhn“, sagte am nächsten Tag nicht nur ein Kollege. Schock-Dokumentationen über die verheerenden Folgen der Lebensmittel-Massenproduktion sind eine Methode, an das Gewissen der Konsumenten zu appellieren. Die andere ist, zu zeigen, wie Tierzucht, Ernte, Kochen, Essen, Genießen auch sein können. Die in Berlin lebende Österreicherin Sarah Wiener und der deutsch-französische Kultursender arte zeigen mit der Reihe „Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener“ ganz im Sinne der „Slow Food“-Bewegung, welch eine Genuss Essen sein kann, das in Achtung von Natur und Tier zubereitet wird.

Nach Frankreich und Italien bereiste Wiener für die neue Staffel nun ihr Heimatland Österreich. Start ist in Wien, wo sie mit ihrer Schwester Una darum wetteifert, wer den besseren Tafelspitz zubereitet. Das Fleisch dafür stammt vom „Wienerwald Weiderind“, das glücklich vor den Toren Wiens grast. Und auch bei den Zutaten für die Beilagen achtet Sarah Wiener auf Qualität, so erntet sie beispielsweise Tomaten beim Biobauern, um anschließend mit dem Wiener Erwin Gegenbauer Tomatenessig zu produzieren. Die Familie Gegenbauer startete ihre Geschäft einst 1929 mit eingelegte saueren Gurken, Erwin Gegenbauer stellt nun in den Kellergewölben faszinierende Flüssigkeiten wie Spargelessig, Paprikaessig oder Brombeeressig in großen bauchigen Glasflaschen her.

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Angenehm an dieser „Wiener“ Episode ist auch, dass Schwester Una ihrer in Deutschland mittlerweile äußerst prominenten Schwester Sarah mit einer gewissen Distanz begegnet. Am Ende aller anderen Folgen singen die porträtierten Köche und Köchinnen dagegen meist noch einmal brav ein ausführliches Loblied auf Sarah Wiener. Dies ist unnötig – denn dass Wiener großen Spaß an Land, Leuten, historischen Anbaumethoden und originellen Rezepten hat und dass es ihren Gästen schmeckt, sieht der Zuschauer auch so. Oder – wie die etwas wortkargen Steirer sagen würden, bei denen die 49-Jährige die Zubereitung von Kürbiskernöl lernt: „Des passt!“ Eine schöne Ergänzung zur aktuellen Wiesenhof-Debatte bildet die dritte Folge der Reihe, in der Wiener nach Niederösterreich reist, um Entenfleisch mit Marillenknödeln zuzubereiten. Und weil die Fernsehköchin – wie in allen Episoden – selbst für die Zutaten sorgen muss, hat sie sich auferlegt, selbst eine Ente zu erschlagen, zu schlachten und zu rupfen.

Es kostet Wiener sichtlich Überwindung, die zutrauliche Ente zu töten, die zuvor noch glücklich über einen Teich schwamm und nun warm und zutraulich auf ihrem Arm sitzt. Aber sie tut es. Auch später hat sie das Ganze noch nicht ganz verarbeitet und spricht mit Köchin Ilse Guttmann darüber. Und die sagt den bemerkenswerten Satz: „Das ist auch gut, dass man weiß, wie das funktioniert und welche Achtung man vor dem Fleisch haben soll.“

„Die kulinarischen Abenteuer...“ | arte
Zehnteilige Koch-Doku
werktäglich 19.30 Uhr

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