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Medien Hubert ermittelt ohne Staller
Nachrichten Medien Hubert ermittelt ohne Staller
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11:42 19.12.2018
Gruseliger Fund: Hubert (Christian Tramitz, links) und Staller (Helmfried von Lüttichau) finden die Seniorin, die seit einem Jahr ihre Rundfunkgebühren nicht bezahlt hat, mumifiziert in einem Sessel sitzend. Kurz darauf bricht Staller zu einer gewonnenen Reise nach Rom auf. Quelle: Chris Hirschhaeuser/ARD
Wolfratshausen

Nichts ist mehr sicher. Selbst im schönen oberbayerischen Wolfratshausen ändern sich die Zeiten. Seit 2011 ermittelt dort das Chaosduo Hubert und Staller in mittlerweile sieben Staffeln, sogar zwei abendfüllende Fernsehfilme sind in den Jahren entstanden. Und nun ist damit Schluss.

Staller-Darsteller Helmfried von Lüttichau steigt aus der Serie aus, weil er, wie er sagt, wieder mehr Zeit für seine Familie aufbringen und raus aus der „Serien-Käfighaltung“ möchte. Allein zurück bleibt sein Partner Christian Tramitz, der von Januar an in der achten Staffel unter dem Titel „Hubert ohne Staller“ allein weiter Verbrecher jagen wird.

Eine schöne Bescherung. Quelle: ARD-Programmdirektion

Die populäre Vorabendserie auch ohne Helmfried von Lüttichau fortzusetzen ist gewiss ein Wagnis, doch wie das von Sebastian Sorger inszenierte Weihnachts-Special „Hubert und Staller – Eine schöne Bescherung“ (Drehbuch: Philip Kaetner, Oliver Mielke) zeigt, funktioniert es erstaunlich gut. Zwar ist die erzählte Krimihandlung recht dünn, hat bestenfalls Vorabendformat, aber dafür gibt es reichlich gute Gags, durchaus lustige Dialoge, nette Situationskomik, ein bisschen was fürs Herz und ein humorig agierendes Ensemble. Da die Dreharbeiten im letzten Winter stattgefunden haben, liegt sogar Schnee.

Von Lüttichau ist zum Abschied noch einmal dabei

Um den Abschied von Staller ein wenig zu versüßen, ist zumindest anfangs und gegen Ende von Lüttichau noch einmal mit von der heiteren Partie.

Doch dann bricht der Schlaks, übrigens mit neuer Frisur, auf nach Rom, weil er sich bei einem Kurztrip in eine dortige Zuckerbäckerin unsterblich verliebt hat. Und das kam so: Kurz vorm Weihnachtsfest wollen die beiden Dorfpolizisten noch mal schnell eine gute Tat vollbringen. Weil eine alte Dame ein Jahr lang ihren Rundfunkbeitrag nicht mehr gezahlt und nun deswegen Ärger mit dem Amt hat, haben sie auf dem Revier für sie gesammelt.

Die alte Dame sitzt mumifiziert in ihrem Sessel

Nun wollen sie ihr das Geld bringen und finden die alte Dame tot auf. Sie sitzt mumifiziert in ihrem Sessel, und alles sieht nach einem natürlichen Tod aus. Kurz danach gewinnt Staller bei einer Weihnachtslotterie eine Shoppingtour nach Rom und macht sich schnell auf den Weg gen Italien.

Nun überschlagen sich bayerisch gemütlich die Ereignisse. Es stellt sich nämlich heraus, dass die alte Frau an einem Genickbruch gestorben ist und dass sie kurz vor ihrem Tod ihr Sparguthaben von 400 000 Euro von ihrer Bank abgehoben hat. Und das Geld ist weg. Alles spricht plötzlich für einen Raubmord. Der gute Hubert muss jetzt notgedrungen ohne seinen Partner ermitteln.

Es gibt schnell erste Verdächtige

Erstaunlich schnell gibt es erste Verdächtige, allen voran die fröhlich alkoholisierte Runde (Simon Schwarz, Waldemar Kobus) vom Stammtisch in der Dorfkneipe. Ihr hat nämlich der Bankfilialleiter (Herbert Knaup) damals sofort erzählt, dass die alte Dame sehr viel Geld abgehoben hat.

Verdächtig ist aber auch der Weihnachtsmann, genauer gesagt: ein Mann aus dem Dorf, der sich so kostümiert hat und mit Karacho mit seinem Schlitten einen Unfall baut. Und bei ihm finden die Polizisten eine teure Uhr, die sich der arme Schlucker kaum hat leisten können. Hubert hat also alle Hände voll zu tun, vor allem weil so kurz vorm Fest plötzlich eine junge Frau (Sinje Irslinger) vor der Tür steht. Sie behauptet, seine Tochter zu sein – aus einer 16 Jahre zurückliegenden Beziehung!

Gewohnt grantig will Hubert anfangs davon nichts wissen, doch dann bröckelt langsam die Fassade des ewigen Miesepeters. Eine herzergreifende Randepisode, die zwar wohl vor allem dazu gedient hat, die doch etwas dürftige Krimistory auf Spielfilmlänge auszudehnen. Aber sie passt ja gut in die Zeit kurz vom Fest der Liebe. Genau wie dieser überraschend amüsante Film, der einfach nette, wenn auch harmlose Unterhaltung bietet. Und wie es mit Hubert ohne Staller im grauen Serienalltag weitergeht, wird man dann ja schon im Januar sehen.

Von Ernst Corinth/RND

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