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Netzwelt Apple sagt Start der Ladematte AirPower ab – zu kompliziert
Nachrichten Medien Netzwelt Apple sagt Start der Ladematte AirPower ab – zu kompliziert
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14:58 31.03.2019
Phil Schiller, Apples Vizepräsident weltweites Marketing, präsentiert im September 2017 im Steve Jobs Theater in Cupertino (USA) das neue AirPower. Quelle: Marcio Jose Sanchez/AP/dpa
Cupertino

Apple hat in einer ungewöhnlichen öffentlichen Niederlage den Marktstart eines seit langem angekündigten Geräts absagen müssen. Die Ladematte AirPower zum drahtlosen Aufladen der Akkus von bis zu drei Geräten wird nun doch nicht erscheinen, wie der iPhone-Konzern mitteilte. „Nach vielen Anstrengungen haben wir festgestellt, dass AirPower unsere hohen Standards nicht erreichen wird, und wir haben das Projekt abgebrochen“, erklärte der für Hardware-Entwicklung zuständige Top-Manager Dan Riccio. „Wir entschuldigen uns bei den Kunden, die sich auf diesen Start freuen. Wir sind nach wie vor der Meinung, dass die Zukunft drahtlos ist, und sind bestrebt, die drahtlose Erfahrung voranzutreiben.“

Apple hatte AirPower bereits im September 2017 präsentiert und damals ohne genauen Termin einen Marktstart für das Jahr 2018 angekündigt. Mit dem Gerät sollte man gleichzeitig ein iPhone, die Computer-Uhr Apple Watch und die AirPods-Ohrhörer aufladen können, indem man sie einfach auf die Matte legt.

Produktionskosten zu hoch, Probleme mit Software

Apple stellt neue Technik traditionell erst vor, wenn der Konzern von der Marktreife überzeugt ist – bei AirPower müssen also nach der Präsentation unvorhergesehene Schwierigkeiten aufgetaucht sein. Der Konzern experimentiert immer wieder mit Geräten, die am Ende nicht auf den Markt kommen. Dass jedoch ein bereits angekündigtes Produkt nicht erscheint, hat es so noch nicht gegeben. Zuletzt gab es bei neuen Geräten wie den AirPods oder dem vernetzten Lautsprecher HomePod zwar Verzögerungen – aber in den Handel kamen sie schließlich trotzdem.

Schon länger gab es Medienberichte, wonach Apple bei AirPower mit massiven technischen Problemen zu kämpfen hatte. Das „Wall Street Journal“ schrieb jetzt, Apple habe die Matte abrupt gestrichen, nachdem festgestellt worden sei, dass die Produktionskosten zu hoch seien, die Ladeunterlage überhitze und einzelne Geräte wie die Apple Watch nicht verlässlich auflade. Auch der Finanzdienst Bloomberg berichtete von Überhitzung und Problemen mit der Software sowie beim Laden, wenn die Geräte frei auf der Matte platziert werden.

Apple wollte, dass Geräte überall hingelegt werden können

Das Aus für AirPower muss kurzfristig beschlossen worden sein: Bei dem gerade erst erschienenen Drahtlos-Ladecase für die AirPods war noch auf die Ladematte verwiesen worden. Das „Wall Street Journal“ hatte vor kurzem auch berichtet, AirPower sei für die Produktion freigegeben worden. Zudem wurden in der jüngsten Beta-Version des iPhone-Betriebssystems iOS Hinweise auf eine Unterstützung des Geräts gefunden. Zusammen mit den jüngsten MacBook-Tastaturproblemen habe dies die Diskussion darüber noch einmal angeheizt, dass etwas mit den Hardwareprozessen von Apple nicht stimmt, schreibt die Spezialisten-Plattform „TechCrunch“.

Apple selbst machte keine näheren Angaben zu den Problemen mit AirPower. Von anderen Herstellern gibt es inzwischen Ladematten für zwei Geräte. Allerdings muss man sie dabei recht genau auf bestimmten Stellen platzieren – und Apple hatte versucht, eine Matte zu bauen, bei der man die Geräte überall hinlegen konnte. Dafür sollte sie mit zahlreichen Ladespulen gefüllt werden, wie aus Apple-Patenten hervorgeht. Das komplexe Zusammenspiel dieser Spulen wird allgemein als das Problem gesehen, das Apple am Ende nicht bewältigen konnte.

Samsungs Galaxy S10 kann via Rückseite Zubehör aufladen

Insgesamt lassen immer mehr Hersteller Akkus drahtlos aufladen. So wird dafür bei der neuen Version von Apples Tablet iPad Pro der dazugehörige magnetisch an einer Kante des Geräts gehalten. Samsungs neues Top-Smartphone Galaxy S10 kann die Computer-Uhr und die drahtlosen Ohrhörer des Konzerns aufladen, wenn man sie auf die Rückseite des Telefons legt. Nach Informationen des Branchenanalysten Ming-Chi Kuo soll das auch die nächste iPhone-Generation können.

Bei Apples Keynote in Kalifornien in der vergangenen Woche schwieg sich der Konzern darüber noch aus. Er kündigte vielmehr an, mit Service-Angeboten in die Offensive gehen zu wollen – darunter ein TV-Streaming-Service, eine eigene Spieleplattform und eine virtuelle Kreditkarte.

Von RND/so/dpa

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