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Medien Song „Vincent“ von Sarah Connor: Regisseurin greift Radiosender an
Nachrichten Medien Song „Vincent“ von Sarah Connor: Regisseurin greift Radiosender an
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11:26 06.06.2019
Die Sängerin Sarah Connor hat gerade ihr neues Album „Herz Kraft Werke“ veröffentlicht. Ein Song daraus sorgt für Diskussionen. Quelle: Britta Pedersen/dpa
Berlin

Eigentlich war Sarah Connor ja fast froh über die Debatte über ihren neuen Song „Vincent“. Wegen der Zeile „Vincent kriegt kein’ hoch, wenn er an Mädchen denkt“ verzichten einige Radiosender auf Sarah Connors neue Single, andere überspringen die „nicht familientaugliche Zeile“. Ihr Lied ist ein Lied über das Coming-Out eines Jungen.

Froh ist sie nicht wegen des Boykotts, sondern weil das Thema Outings bei Kindern nun diskutiert wird: „Ich finde, man sollte es als Chance ergreifen, darüber zu sprechen“, so die Sängerin. Gleichzeitig zeigt sich aber auch der Frust. In einem RTL-Interview sagt die Musikerin: „Wir tun ja immer so, als wäre es überall, als wäre es völlig in Ordnung, und dann bringt es ein Song auf den Punkt, und dann gibt’s plötzlich Ressentiments.“

Mehr zum Thema:
Sarah Connor: Darum boykottieren Radiosender ihren neuen Song „Vincent“

Annika Decker nennt Radiostationen homophob

Jetzt meldet sich auch die Regisseurin Annika Decker („Traumfrauen“) bei der Debatte zu Wort. „Liebe homophobe Radiostationen, ihr spielt ernsthaft ‚Vincent‘ von Sarah Connor nicht, aus Angst um die Jugend? Ich krieg’ keinen mehr hoch, wenn ich an Euch denke“, wird sie bei der „Bild“-Zeitung zitiert.

Die Programmdirektorin Ina Tenz von „Antenne Bayern“, das den Song in einer gekürzten Version spielt, verteidigt die Entscheidung gegenüber der „Bild“: „Ich war blitzverliebt in das Lied. Es ist musikalisch toll und die Aussage auch. Aus programmverantwortlicher Sicht als Familiensender haben wir uns gefragt: Hätte ein solcher Song den ersten Satz, ein so hart gezeichnetes Bild gebraucht, wenn Eltern zwischen dem Einkaufsladen und dem Badesee von ihren kleinen Kindern gefragt werden, was das bedeutet. Und für viele Vincents könnte es auch ein Spießrutenlauf werden. Wenn die Zeile aus dem Zusammenhang zum Hänseln genutzt wird.“

Sarah Connor hat dafür wenig Verständnis. Wenn jetzt ein Junge namens Vincent irgendwo geärgert werden sollte, würde es ihn stark machen – findet sie. Außerdem würde sie sich die Kinder und Eltern der Kinder vorknöpfen, die ihr Kind ärgern würden.

Von RND/goe

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