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Panorama 29 Bergleute in China gerettet - Verzweiflung in Neuseeland
Nachrichten Panorama 29 Bergleute in China gerettet - Verzweiflung in Neuseeland
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20:13 22.11.2010
Erschöpft, aber wohlauf werden die Bergarbeiter aus der Mine im chinesischen Sichuan gebracht. Quelle: afp
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24 Stunden nach der Überflutung des Kohlebergwerks nahe der südwestchinesischen Stadt Neijang wurden alle Vermissten geborgen, darunter auch sieben Rettungskräfte, die ebenfalls von den Fluten unter Tage eingeschlossen waren. Das Fernsehen zeigte, wie die Männer auf Tragen zu den bereitstehenden Krankenwagen gebracht wurden. Sie wirkten müde, aber wohlauf. Während des Unglücks am Sonntag hatten insgesamt 35 Arbeiter in der Mine gearbeitet, 13 konnten sich aus eigener Kraft retten.

Dagegen schwand in Neuseeland die Hoffnung, die seit drei Tagen in der Pike River Mine auf der Südinsel eingeschlossenen Kumpel lebend bergen zu können. Die Rettungstrupps rechneten inzwischen mit allem, auch mit dem Tod der unter Tage eingeschlossenen Arbeiter, sagte Polizeichef Gary Knowles. Der Betreiber der Pike River Mine, Peter Whittall, sagte, für die Angehörigen werde die Lage „mit jeder Stunde“ besorgniserregender. Kurz zuvor hatte Premierminister John Key noch versucht, Optimismus zu verbreiten: Es bestehe durchaus die Möglichkeit, dass sich die Männer in einen Bereich geflüchtet hätten, in denen es noch Sauerstoff gebe, sagte er dem TV-Sender Sky News.

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Die 29 Bergleute sind seit einer schweren Explosion am Freitagnachmittag in der Anlage nahe der Stadt Greymouth eingeschlossen. Nur zwei konnten sich retten. Wegen der nach wie vor hohen Methangas-Konzentration und eines zusätzlichen Brands konnten die Bergungsteams auch am Montag nicht in die Mine. Stattdessen soll nun ein kleiner Schacht fertig gebohrt und eine Videokamera in die Tiefe gelassen werden, um die Lage in rund 200 Metern Tiefe erkunden zu können.

Dass die Eingeschlossenen nur geringe Überlebenschancen haben, lässt auch die Erzählung von einem der beiden Überlebenden vermuten. Daniel Rockhaus berichtete der Zeitung „New Zealand Herald“, wie er nach der Einfahrt mit einer Kohle-Lore in etwa zwei Kilometern Tiefe von einer gewaltigen Detonation zu Boden geschleudert wurde. Er habe nur noch „dichten, weißen Rauch gesehen, schlimmer als bei einem Brand“, erzählte der 24-Jährige, dessen Bruder noch unter Tage eingeschlossen ist. Sofort habe er gewusst, dass es Gas sei, habe seinen bereits bewusstlosen Kumpel Russell Smith reanimiert und sich gemeinsam mit ihm zum Ausgang geschleppt.

afp