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Panorama Flüge nach Scharm el Scheich gestrichen
Nachrichten Panorama Flüge nach Scharm el Scheich gestrichen
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17:48 05.11.2015
Die Urlaubsregion Scharm el Scheich am Roten Meer in Ägypten. Quelle: dpa
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Köln

Schon seit dem vergangenen Samstag umfliegen die Fluggesellschaften der Lufthansa Gruppe den Sinai. Eurowings stoppte außerdem Flüge ab Köln/Bonn und Edelweiss ab Zürich nach Scharm el Scheich. Beide Gesellschaften sind Mitglieder der Lufthansa-Gruppe. Kairo werde weiter angeflogen und sei nicht betroffen, teilte Lufthansa mit.

Flugzeuge der Air Berlin und ihrer österreichischen Tochter Niki machen wegen des Flugzeug-Absturzes auf dem Sinai ebenfalls einen Bogen um die ägyptische Halbinsel. Die Unternehmen Condor und Tuifly umfliegen die Halbinsel ebenfalls. Die Fluggesellschaften Easyjet, Thomson Airways, Thomas Cook und British Airways haben nach eigenen Angaben ihre Flüge zu dem Flughafen gestrichen oder aufgeschoben.

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Briten führen Sonderkontrollen ein

Bis zu 20.000 Urlauber sitzen in der ägyptischen Urlaubsregion fest. Möglicherweise können sie aber bereits am Freitag heimfliegen. Es würden kurzfristige Sicherheitsmaßnahmen am Flughafen organisiert, sagte der britische Außenminister Philip Hammond am Donnerstag der BBC.

Dazu gehöre, dass alles, was in die Maschinen gelange, durchleuchtet werde und die Flugzeuge selbst genau überprüft würden. Diese Sonderkontrollen solle es so lange geben, wie es dauere, alle Urlauber nach Hause zu bringen, sagte Hammond. In einer zweiten Phase würden britische Experten mit den Ägyptern besprechen, wie man die Routinekontrollen an dem Flughafen verschärfen könne.

London hält Anschlag für wahrscheinlich

Am Vorabend hatte die Regierung in London von allen nicht notwendigen Flugreisen an den Flughafen am Roten Meer abgeraten. Sie hält es für wahrscheinlich, dass ein Sprengkörper vergangenen Samstag das russische Passagierflugzeug über dem Sinai zum Absturz gebracht hat.

Am Donnerstag seien deswegen 19 Flüge von Scharm el Scheich nach Großbritannien ausgefallen, sagte der Minister. In die Entscheidung, Flüge zu stoppen, seien "alle uns zugänglichen Informationen" eingeflossen, darunter auch Geheimdiensterkenntnisse. Die Behauptung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf dem Sinai, den Absturz mit 224 Toten verursacht zu haben, gehöre auch zu den Informationen.

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Auch niederländische Fluggesellschaften fliegen zunächst bis Sonntag nicht mehr die ägyptische Urlaubsregion von Scharm el Scheich an. Nach Angaben des Justizministeriums vom Mittwochabend ist dies eine Reaktion auf den Absturz einer russischen Passagiermaschine über dem Sinai, bei dem 244 Menschen ums Leben kamen.

Das niederländische Außenministerium riet bis auf Weiteres von Flugreisen nach Scharm el Scheich ab. Der Stopp von Flugreisen nach Scharm el Scheich wurde bei einem Treffen des niederländischen Anti-Terror-Koordinators mit Vertretern der Fluggesellschaften und des Geheimdienstes getroffen. Man stehe auch in engem Kontakt mit den britischen Stellen. Derzeit befänden sich 408 Niederländer in der Region, die sich an ihre Reiseveranstalter wenden sollten.

dpa/so

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