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Panorama Ärzte fordern Alkohol-Sondersteuer
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12:49 18.09.2009
Ärzte fordern eine Sondersteuer für Alkohol
Ärzte fordern eine Sondersteuer für Alkohol Quelle: Kris Finn
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Die Sondersteuer auf sogenannte Alcopops habe zu einem Rückgang des Konsums dieser Getränke geführt, sagte der Präventionsbeauftragte der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), Thomas Suermann, am Freitag in Göttingen. Jetzt müsse die Maßnahme auf alle alkoholischen Getränke ausgedehnt werden. Aus Anlass des Weltkindertages am Sonntag forderte er zudem eine Einschränkung der Werbung für Alkoholika.

Obwohl der exzessive Alkoholkonsum bei Minderjährigen immer stärker zunehme, werde das Rausch-Trinken oder Koma-Saufen von den politisch Verantwortlichen und den Eltern nach wie vor „dramatisch unterschätzt“, sagte Suermann. Die Zahl der 10- bis 19-Jährigen, die wegen akuter Alkoholvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden mussten, habe sich seit dem Jahr 2000 verdoppelt. Zwei Drittel der 16- bis 17-Jährigen männlichen Jugendlichen konsumiere inzwischen mindestens an einem Tag im Monat fünf oder mehr Gläser Alkohol.

Ein Grund für diese Entwicklung sei es, dass hochprozentige Spirituosen schon „für ein gängiges Taschengeld“ zu kaufen seien, sagte Suermann. Zugleich würden Jugendliche von der Werbung gezielt umworben. Unkontrolliertes Trinken von Alkohol gelte unter Kindern und Jugendlichen zudem als Bewährungsprobe. Die Alkohol-Prävention dagegen führe noch immer „ein Schattendasein“. Die Kassenärztliche Vereinigung ist die Interessen-Vertretung von rund 13.500 niedergelassenen Vertragsärzten und Psychotherapeuten in Niedersachsen.

lni