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Panorama Baby mit Schere erstochen - Prozess gegen Polizistin beginnt
Nachrichten Panorama Baby mit Schere erstochen - Prozess gegen Polizistin beginnt
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11:05 14.01.2011
Die 25-Jährige Polizistin Stefanie S. im Verhandlungsaal des Landgerichts Verden. Quelle: dpa
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Eine Polizistin soll mit einer Schere auf ihren neugeborenen Jungen eingestochen, die Leiche versteckt und Tage später vergraben haben. Ihr Motiv: Sie hatte Angst, mit einem Kind aus finanziellen Gründen auf ihr Cabriolet, ihr Motorrad und eine geplante Reise verzichten zu müssen. Davon ist die Staatsanwaltschaft überzeugt. Seit Freitag muss sich die 25-Jährige wegen Mordes vor dem Landgericht Verden verantworten. Sie will sich zu einem späteren Zeitpunkt zu dem Verbrechen äußern.

Mädchenhaft wirkt die Frau mit dem langen, dunkelblonden Pferdeschwanz, die in Handschellen in den Gerichtssaal geführt wird. Als die Staatsanwältin Simone Fischer das grausige Verbrechen schildert, senkt die Angeklagte den Blick. „Den Gedanken an eine Schwangerschaft empfand sie als Schock“, sagt Fischer. Die Beamtin aus der Polizeidirektion Lüneburg habe sich zudem vor der Reaktion ihres Verlobten gefürchtet, denn Vater des Kindes war ihr Ex-Freund.

Die Frau soll die ungewollte Schwangerschaft überall geleugnet haben. Während ihr Verlobter schlief, brachte sie im Juli vergangenen Jahres im oberen Stockwerk ihres Wohnhauses ein Kind zur Welt. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft plante die 25-Jährige schon vor der Geburt, das Baby zu ermorden. Unklar ist laut Anklage, ob die Mutter ihr Neugeborenes sofort tötete oder erst nach einigen Stunden.

„Sie stach ruckartig auf den Säugling ein“, berichtet Fischer. Die Leiche habe die Täterin in einer Plastikbox unter dem Gästebett versteckt. Vier Tage später habe sie den toten Jungen in ihren Rucksack gesteckt und sei mit dem Motorrad zu dem Seitenarm eines Flusses gefahren. In dem Gewässer habe sie die Leiche mit einem Stein beschwert vergraben. Kurz darauf gestand die Beamtin Kollegen die Tat.

Schon nach einer Viertelstunde endet der erste Verhandlungstag. Erst danach beginnt die Angeklagte zu weinen. Nur wenige Minuten bleiben ihr mit ihren Angehörigen, dann muss sie zurück in die Untersuchungshaft.

Nach Angaben des Verteidigers Jürgen Meyer will sich die junge Frau später zu dem Verbrechen äußern. „Die Aufarbeitung der Tat in dem Prozess ist für sie sehr wichtig“, meint der Anwalt. Der Vorwurf des Mordes sei aber nicht haltbar. Die Schwangerschaft habe seine Mandantin verdrängt, das habe ein vorläufiges psychiatrisches Gutachten ergeben. Sie habe die Tötung nicht geplant.

Der Prozess wird am 2. Februar fortgesetzt.

dpa

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