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Panorama „BamS“-Chefredakteur fordert vom Iran Freilassung von Reportern
Nachrichten Panorama „BamS“-Chefredakteur fordert vom Iran Freilassung von Reportern
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13:21 21.11.2010
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In der aktuellen Ausgabe der "Bild am Sonntag" schrieb der Chefredakteur Walter Mayer: „Wir verlangen auch im Namen der Familien und der Freunde unserer Reporter Gerechtigkeit für die Inhaftierten. Das bedeutet sofortige Freilassung unserer Kollegen, des Sohnes von Frau Aschtiani und ihres Anwalts“, schreibt er weiter. Die beiden Reporter der „Bild am Sonntag“ waren am 10. Oktober in der nordiranischen Stadt Täbris festgenommen worden, als sie den Sohn der wegen Ehebruchs zum Tode verurteilten Sakineh Mohammadi-Aschtiani interviewten. Ebenfalls verhaftet wurden Aschtianis Sohn und der Anwalt der Familie.

„Seit 42 Tagen bangen wir um einen Reporter und einen Fotografen“, erklärt Mayer. Sie befänden sich in Einzelzellen, „unter schlimmen Bedingungen“. Mayer weiter: „Wir verlangen, dass die deutsche Botschaft die Kollegen bis zur Freilassung so oft wie möglich besuchen kann, wie es das „Wiener Übereinkommen“ vorsieht, das auch der Iran unterschrieben hat. Wir fordern die Regierung in Teheran auf, die Kollegen vor entwürdigender Behandlung zu schützen, so wie das die Verfassung der Islamischen Republik Iran vorschreibt (Artikel 39).“

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Als „absurd“ wies Mayer den Vorwurf der Spionage gegen seine Mitarbeiter zurück: „Die iranischen Behörden wissen ganz genau, dass es sich um Journalisten und sonst gar nichts handelt.“ Zu dem Visa- Vergehen, das den Reportern von den iranischen Behörden vorgeworfen wird, erklärte Mayer, dies würde “überall sonst auf der Welt mit Verwarnung, Ausweisung und Geldstrafe geahndet“.

„Was soll das Verbrechen unserer Kollegen sein?“, fragt Mayer. Die Reporter hätten aus journalistischer Neugier gehandelt. „Sie wurden verhaftet, weil sie die Wahrheit suchten!“ Und weiter: „Es geht um Freiheit. Und Pressefreiheit ist der Gradmesser der Freiheit.“ Mayer äußerte die Hoffnung, dass es der deutschen Diplomatie und Politik gelingen werde, den Iran zur Freilassung der Kollegen zu bewegen. Aber: „Die Wachsamkeit der Öffentlichkeit wird dabei wichtiger, je länger es dauert.“

dpa