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Panorama Behinderter stirbt an Unterernährung
Nachrichten Panorama Behinderter stirbt an Unterernährung
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16:44 24.09.2013
Quelle: dpa / Symbolbild
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Braunschweig

Nach dem Tod seines geistig behinderten Bruders muss sich ein 48-Jähriger seit Dienstag vor dem Landgericht Braunschweig verantworten. Der 54 Jahre alte Bruder war im Februar vergangenen Jahres an Unterernährung gestorben. Der Hausarzt hatte damals Tod durch Unterernährung festgestellt. 28,6 Kilogramm wog der 1,83 Meter große Mann noch. Er konnte sich wegen seiner Behinderung nicht allein waschen oder anziehen, nicht sprechen, nur Laute von sich geben. Der Bruder ist wegen Aussetzung mit Todesfolge angeklagt. Ihm drohen mindestens drei Jahre Haft, sagte eine Gerichtssprecherin.

Das Urteil wird für Mitte Oktober erwartet. Der Angeklagte will vom Verfall seines Bruders nichts mitbekommen haben. "Es belastet mich sehr", sagte er. Seine Mutter hätte nie zu verstehen gegeben, dass sie die Pflege des 54-Jährigen nicht mehr schaffe. Nach dem Tod des 54-Jährigen wurde die Mutter als nicht schuldfähig erklärt. "Das Wohnzimmer war sehr unordentlich, das Zimmer des Sohnes verwahrlost", sagte der 64 Jahre alte Hausarzt, den die Mutter nach dem Tod angerufen hatte.

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Die Frau sei stark zuckerkrank und habe erste Anzeichen für eine Demenz gezeigt. Mehrfach habe sein Kollege sie auf eine Unterbringung des behinderten Sohnes angesprochen - ohne Erfolg. "Wir haben die Probleme kommen sehen, aber nicht, dass sie schon so akut waren", sagte der 64-Jährige. Etwa vier Wochen vor seinem Tod will der Angeklagte seinen Bruder zuletzt gesehen. Er habe auf der Bettkante gesessen. "Das ist wahrscheinlich möglich", sagte der Gerichtsmediziner. Stehen oder gar gehen hätte der Mann aber vermutlich nicht mehr gekonnt. "Er war nur noch Haut und Knochen, es gab praktisch kein Fettgewebe mehr", sagte er. "Er hat über Wochen, wenn nicht über Monate zu wenig zu essen bekommen."

dpa

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