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Panorama Berliner Polizei nimmt mutmaßlichen Autobrandstifter fest
Nachrichten Panorama Berliner Polizei nimmt mutmaßlichen Autobrandstifter fest
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21:21 24.09.2011
Am frühen Samstagmorgen wurde ein 25-jähriger Mann auf frischer Tat ertappt. Quelle: Tim Schaarschmidt (Symbolbild)
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Berlin

Bei der Jagd nach Autobrandstiftern kann die Berliner Polizei offenbar einen weiteren Erfolg verzeichnen. Am frühen Samstagmorgen wurde ein 25-jähriger Mann im Stadtteil Mitte nach Angaben eines Polizeisprechers auf frischer Tat ertappt. Zwei Zivilbeamte nahmen den Mann gegen 3.50 Uhr an der Ecke Rosenthaler Straße/Steinstraße fest, wo er sich an einem Fahrzeug zu schaffen gemacht machte, das kurz darauf in Flammen aufging.

Am Samstagabend erging Haftbefehl gegen den 25-Jährigen. Der Staatsschutz prüft jetzt, ob der Mann auch für zwei weitere Feuer in der näheren Umgebung verantwortlich ist. Ursprünglich waren die beiden Zivilfahnder wegen eines brennenden Autos in der Joachimstraße alarmiert worden. Dabei stießen sie auf den Mann, der sich verdächtig verhielt. Nach dessen Festnahme wurde in der Gormannstraße, die ebenfalls nur wenige Meter entfernt ist, ein weiteres angezündetes Fahrzeug entdeckt.

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Offen ist, ob dem Festgenommenen noch andere Brandstiftungen der vergangenen Monate zur Last gelegt werden können. Seit Jahresbeginn wurden in Berlin mehr als 550 Autos durch Brandanschläge beschädigt. Um solche Taten zu verhindern, sind nachts bis zu 650 Polizisten im Einsatz, darunter auch Beamte der Bundespolizei.

Trotzdem gab es in der Nacht zum Samstag wieder zwei Anschläge auf Autos der Deutschen Bahn. Am Blumberger Damm in Marzahn konnte ein Passant das Feuer löschen, bevor das Firmenfahrzeug in Flammen aufging. Bei einem weiteren DB-Fahrzeug in der Friedrichshainer Krautstraße blieb es bei einer eingeschlagenen Seitenscheibe. In beiden Fällen konnten die Täter flüchten.

Die Suche nach den Brandstiftern war in den vergangenen Monaten nur mäßig erfolgreich: Ende August wurden eine Frau und ein Mann im Stadtteil Prenzlauer Berg festgenommen. Sie gelten jedoch als „Trittbrettfahrer“, die nicht für weitere Taten infrage kommen. Eine Woche später gab es eine weitere Festnahme in Kreuzberg. Der 28-jährige Mann kam jedoch wieder frei, weil sich der Verdacht gegen ihn nicht erhärten ließ.

Vor dem Amtsgericht Tiergarten läuft derzeit ein Prozess gegen einen mutmaßlichen Autozündler. Doch auch hier musste ein Polizist vor wenigen Tagen einräumen, dass ein politisches Motiv nicht erkennbar sei. Zwei Brandstifter waren in diesem Jahr zu Bewährungsstrafen verurteilt worden, zwei andere Prozesse um politisch motivierte Brandstiftungen endeten mit Freisprüchen.

dpa

24.09.2011
24.09.2011