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Panorama Vollbremsung per Laptop
Nachrichten Panorama Vollbremsung per Laptop
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20:15 11.08.2013
James Lee DiMaggio hatte Hannah Anderson entführt. Er war ein Freund der Familie. Quelle: dpa
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Berlin

Telematik, Infotainment, funkgesteuerte Abstandssysteme: Moderne Autos sind längst keine autonomen Einheiten mehr. Sie stecken voller Computerchips und Netzwerktechnologie, die das Fahren angenehmer und sicherer machen sollen. Doch die zunehmende Vernetzung birgt enorme Risiken, wie Fälle aus den USA zeigen: Findige Hacker können die Bordelektronik kapern und bei voller Fahrt selbst Bremsen und Lenkrad manipulieren – ferngesteuert. Die Autoindustrie ist alarmiert und muss in die IT-Sicherheit ihrer Fahrzeuge investieren.

Das US-Magazin „Forbes“ hat die Gefahren mit Hilfe von Profihackern aufgezeigt: Charlie Miller und Chris Valasek haben offensichtlich ihren Spaß auf der Rückbank des metallicgrauen Toyota Prius. Ein „Forbes“-Reporter sitzt am Steuer, aber die Kontrolle über den Wagen haben die beiden IT-Experten. „White hats“ werden Leute wie sie genannt. Profihacker, die Sicherheitslücken aufspüren, bevor Kriminelle sie entdecken. Von seinem Laptop aus dreht Chris Valasek an der Tankuhr und lässt den Tacho auf 199 Stundenkilometer hochschnellen.

Alles Kinderkram. Mulmig wird dem Mann auf dem Fahrersitz erst, als der Prius bei 80 Stundenkilometern auf einer Landstraße plötzlich ins Schlingern kommt, das Lenkrad ein Eigenleben entwickelt und das Bremspedal einfach ins Leere tritt. „Da will man instinktiv aus dem Fenster springen“, kommentiert der Reporter den Kontrollverlust. 

Nun haben Miller und Valasek ihre Forschungsergebnisse auf der „Def Con“ präsentiert, einer Hacker-Konferenz in Las Vegas – und damit nicht nur den japanischen Autobauer Toyota aufgeschreckt. Man werde sich die Arbeit der beiden genau anschauen, so Unternehmenssprecher John Hanson nach dem Vortrag. Miller und Valasek sind nicht die ersten, die Schwachstellen in der Elektronik moderner Autos aufgedeckt haben. Schon 2011 hat ein Forscherteam gezeigt, wie ein Angreifer einen Wagen selbst ohne direkte Verkabelung unter Kontrolle bringen kann. Dazu hatten die Wissenschaftler einen Bluetooth-Adapter an der sogenannten ODB-Schnittstelle angebracht, mit der normalerweise Kfz-Mechaniker Fehler in der Bordelektronik diagnostizieren.

Ein mögliches Einfallstor für Hacker-Attacken ist offenbar auch das Telematik-System, das heute zur Standardausrüstung gehört und bei Pannen eine Verbindung zur Notfallzentrale des Herstellers ermöglicht. „Über die Telematik kann man sich telefonisch in die Systeme des Wagens einklinken und bestimmte Programmcodes manipulieren“, sagt Henryk Ploetz vom Chaos Computer Club (CCC).

Der Verband der deutschen Automobilindustrie führt an, dass die sicherheitsrelevanten Systeme von den Navigations-, Telematik- oder Infotainment-Anwendungen im Auto bereits durch Firewalls abgeschottet werden. „Die Hersteller können doch gar nicht alle Sicherheitslücken in ihren Autos überblicken, weil die meisten elektronischen Bauteile von Drittanbietern stammen“, ist dagegen Henryk Ploetz vom CCC überzeugt.

Von Martin Küper

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