Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Panorama Cholera-Epidemie breitet sich immer weiter aus
Nachrichten Panorama Cholera-Epidemie breitet sich immer weiter aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:35 27.10.2017
Eine Dürre verschlimmert die Epidemie im Kongo Quelle: EPA
Anzeige
Goma

Eine weitreichende Dürreperiode verschlimmert die Cholera-Epidemie in dem zentralafrikanischen Land. Brunnen und Bohrlöcher sind ausgetrocknet, weshalb viele Menschen verunreinigtes Wasser aus Flüssen und Seen trinken.

„Die Behörden sind nicht in der Lage, der Bevölkerung sauberes Trinkwasser zur Verfügung zu stellen“, erklärt Francisco Otero, der MSF-Direktor für den Kongo. Währenddessen breitet sich die Epidemie mit zunehmender Geschwindigkeit aus. 38.000 Menschen sind erkrankt, mehr als 700 Menschen sind der schweren Durchfallkrankheit bereits zum Opfer gefallen, wie das kongolesische Gesundheitsministerium mitteilte.

Anzeige

Übertragung durch infiziertes Wasser

Die Epidemie sei „beispiellos in der Geschichte des Landes“, warnte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) am Freitag. Von einer Epidemie sprechen die Experten, wenn eine ansteckende Krankheit zeit-und ortsnah im starke Maße auftritt.

Die Krankheit wird meist durch infiziertes Wasser übertragen. Cholera verursacht starken Durchfall und Erbrechen und kann ohne Behandlung besonders für Kinder, Alte und Kranke lebensgefährlich sein.

Krankheit ist keine Seltenheit

Cholera-Ausbrüche sind in Teilen des Kongos nicht unüblich. In diesem Jahr kommt die Krankheit jedoch in 21 von 26 Provinzen vor, darunter auch in dicht besiedelten Städten wie Goma, Minova und Bukavu in den östlichen Kivu-Provinzen. Ärzte ohne Grenzen behandelt dort nach eigenen Angaben kostenlos Cholera-Patienten.

Die Krankheit tritt vor allen in armen Bevölkerungsteilen und bei mangelernährten Personen auf. Die Inkubationszeit dauert in der Regel zwei bis drei Tage. Für Reisende gibt es sogenannt Schluckimpfstoff. Dieser bietet jedoch keinen umfassenden Schutz, sondern nur zu 85 Prozent.

Von dpa/lin/RND