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Panorama Clubverbot soll Rockerkrieg in Bremen verhindern
Nachrichten Panorama Clubverbot soll Rockerkrieg in Bremen verhindern
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21:45 16.05.2011
Rocker der Mongols hatten am vergangenen Freitag in Bremen unter anderem mit Knüppeln auf Mitglieder der Hells Angels und Red Devils eingeschlagen. Quelle: dpa
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Filmreife Prügelszenen verfeindeter Rockerbanden in der Bremer Innenstadt haben an den vergangenen zwei Wochenenden Bürger verschreckt. Mit einem Großaufgebot hat die Polizei die Angriffe der Mongols auf die Hells Angels beendet. Jetzt reicht es Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD): "Die Mongols sind unberechenbar, die sind einfach durchgeknallt. Sie suchen mutwillig die Auseinandersetzung." Das Verbot des Clubs MC Mongols werde noch in dieser Woche verfügt, sagte Mäurer am Montag. "Am nächsten Wochenende werden wir Ruhe haben." Es gehe nicht um die Bekämpfung eines Motorradclubs, sagte Polizeisprecher Dirk Siemering.

Es handele sich eher um eine gefährliche Straßengang. "Die sind eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung." So sei die Gang am vergangenen Freitag "überfallartig" vorgegangen und hätte unter anderem mit Knüppeln auf Mitglieder der Hells Angels und Red Devils eingeschlagen. Zwei Menschen wurden dabei verletzt. "Anwohner und Passanten haben sich besorgt an die Polizei gewandt", berichtete Siemering. Die Provokationen gehen nach Angaben von Mäurer eindeutig von den Mongols aus. "Das nehmen wir nicht länger hin." Die Hells Angels verhielten sich dagegen passiv. "Sie haben sich nicht eingemischt. Sie sind erfahrener und werden sich zurückhalten." Mäurer würde zwar auch den Motorradclub gerne verbieten. Dafür sehe er aber keine Chance, "das kann man nur bundesweit regeln", sagte er. Die Innenbehörden der Länder prüfen gegenwärtig die Chancen eines Verbots von Rockergruppen in Deutschland.

Entschieden wird darüber voraussichtlich bis zum Sommer. In Sachen Mongols will Mäurer nicht so lange warten: "Ich habe keine Lust, die Beamten jedes Wochenende in den Einsatz zu schicken", sagte Mäurer. Die Mongols würden "selbst die Argumente liefern", um ein Verbot zu verfügen. Gegen das Verbot kann Einspruch beim Verwaltungsgericht eingelegt werden, dieser habe aber keine aufschiebende Wirkung. Wie viele Mitglieder die Bremer Mongols-Sektion hat, konnte Mäurer nicht sagen. "Das ist kein Verein, bei dem man es nachlesen könnte." Am 7. Mai war es erstmals zu Auseinandersetzungen gekommen. An dem Tag wollten die Mongols ihr Clubhaus in der Innenstadt eröffnen, was allerdings einen Tag zuvor vom Stadtamt untersagt worden war. Die Polizei hatte deshalb bereits im Vorfeld Polizeikräfte auch aus anderen Bundesländern angefordert.

An beiden Wochenenden seien mehrere hundert Beamte im Einsatz gewesen, sagte Siemering. Knapp 80 Mitglieder der Mongols im Alter zwischen 18 und 56 Jahren mussten an beiden Wochenenden zusammen eine Nacht im Gewahrsam verbringen. Nach den ersten Vorfällen hatte Bremen bereits die bestehende Waffenverbotszone ausgeweitet und die Clubräume der Rockerclubs mit einbezogen. Außerdem dürfen die Rocker dort nicht mit ihren Kutten in der Öffentlichkeit auftreten. Die Polizei werde ihre "Null-Toleranz"-Strategie weiter fortsetzen, kündigte Mäurer an. Der "Mongols M.C." entstand 1969 in der Nähe von Los Angeles (USA). Der Name ist dem mongolischen Reich entnommen, das unter der Führung von Dschingis Khan in der Zeit um 1200 viele Gebiete Ost Europas eroberte, heißt es auf der internationalen Homepage des Clubs.

Sie waren berittene Krieger und bekannt für ihre Disziplin. Eigentlich sollen die Mitglieder auf einem Motorrad sitzen. In Bremen besitzt nach Angaben der Polizei nur ein einziges Mitglied ein Bike. Gewalttätige Auseinandersetzungen unter Rockern beschäftigen seit Jahren Gerichte nicht nur in Niedersachsen und Bremen. Drogen- und Menschenhandel, Waffenschmuggel und Schießereien untereinander füllen Aktenordner. So stehen derzeit in Oldenburg drei Mitglieder des Gremium MC vor Gericht. Sie sollen versucht haben, ihren früheren Clubpräsidenten zu töten. Das Opfer schwieg als Zeuge vor Gericht.

dpa

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