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Nachrichten Panorama Warum der Jade-Weser-Port links liegen bleibt
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00:15 22.08.2013
Von Klaus Wallbaum
„Vertane Chance“: Das weltgrößte Containerschiff, die „Maersk Mc-Kinney Möller“, legte in Bremerhaven an. Quelle: dpa
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Wilhelmshaven

Gerade erst hatte Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) verkündet, für den neuen Jade-Weser-Port verstärkt die Werbetrommel rühren zu wollen. Im Juli wurde sogar ein neuer Mitarbeiter für diesen Job berufen. Aber werbewirksamer als die beste Reklame ist der Erfolg - und der wird nun wieder nicht Wilhelmshaven, sondern dem ärgsten Konkurrenten im Binnenland beschert: Die „Maersk Mc-Kinney Moeller“, das derzeit größte Containerschiff der Welt, hat auf seiner ersten Fahrt in Bremerhaven festgemacht, begleitet von riesiger medialer Aufmerksamkeit. Der Jade-Weser-Port, der doch extra für diese Riesen-Frachter geschaffen wurde, blieb links liegen.

Der frühere Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP), jetzt Verkehrsexperte seiner Landtagsfraktion, spricht von einer „vertanen Chance“: „Ich hätte schon erwartet, dass es gelingt, dieses Schiff nach Wilhelmshaven zu holen.“ Abschreckend klinge nun die Begründung, mit der die Reederei Maersk seine Absage an Wilhelmshaven ergänzt hatte: Beim Jade-Weser-Port müssten die „logistischen Abläufe verbessert werden“, sagte ein Maersk-Sprecher dem NDR. Die Fracht müsse schneller ins Hinterland gebracht werden können. „Schlechter kann es kaum laufen“, sagt dazu der FDP-Politiker Bode: „Das schreckt jeden ab, der vorher überlegt hatte, seine Waren über Wilhelmshaven zu verschiffen.“ Außerdem, so betont Bode, sei die Aussage von Maersk falsch - die Verkehrsanbindung stehe bereits, sie müsse nur noch verbessert und ausgebaut werden. Nun wird gemutmaßt, was hinter dem Verhalten von Maersk stecken kann.

Eine Variante besagt, dass die Reederei sowieso nach Bremerhaven fahren musste, weil aufgrund von langfristigen Verträgen dort Container abgeliefert werden mussten. Ein zusätzlicher Halt in Wilhelmshaven, zu Werbezwecken, wäre zu teuer gewesen. Eine andere Theorie aber unterstellt, dass die Beziehungen zwischen Bremerhaven, der Bremer Hafenwirtschaft, dem Hafenbetreiber Eurogate und der Reederei Maersk den Ausschlag gegeben hatten. Bremen hatte zwar gemeinsam mit Niedersachsen den Jade-Weser-Port gebaut, den Standort Wilhelmshaven allerdings immer nur als Ausweichplatz für Bremerhaven angesehen, nicht als gleich- oder gar höherwertigen Hafen. Diese Haltung drückt sich auch jetzt wieder aus, obwohl das für Maersk eigentlich wirtschaftlich riskant ist - nach den alten Verträgen muss die Reederei Ausfallzahlungen leisten, wenn eine Mindestmenge an Containern nicht umgeschlagen wird.

In Wilhelmshaven verkündet Eurogate, dass demnächst zwei riesige Containerschiffe den Jade-Weser-Port ansteuern werden, ganz bestimmt. Aber das ist eben noch Zukunftsmusik.

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