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Panorama Darf der Strandspaziergang Geld kosten?
Nachrichten Panorama Darf der Strandspaziergang Geld kosten?
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00:26 24.09.2014
Von Kristian Teetz
Ein Zaun trennt in Hooksiel Spaziergänger vom feinen Sandstrand - der Zugang zum Meer kostet 3 Euro Gebühren. Quelle: dpa
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Hannover

In der Gemeinde Wangerland, zu der Hooksiel gehört, tobt ein heftiger Streit darüber, ob die Strandgebühr, die zwischen April und Oktober erhoben wird, sinnvoll und rechtens ist. Diese Fragen soll heute das Verwaltungsgericht Oldenburg beantworten. Klage eingereicht haben zwei Mitglieder der Bürgerinitiative „Freie Strände für freie Bürger“. „Wir finden, dass Meer und Strand frei zugänglich sein müssen“, sagt der Sprecher der Bürgerinitiative, Janto Just. Acht Kilometer lang ist der Zaun in der Gemeinde Wangerland. Die juristische Grundlage, auf der Just und seine Mitstreiter argumentieren, findet sich im Bundesnaturschutzgesetz. Demnach müssten Natur und Landschaft zum Zwecke der Erholung frei zugänglich sein, meint Just. „Freie Landschaft darf weder eingezäunt werden, noch darf kassiert werden, wenn man sie betreten will. Das gilt für den Nordseestrand genauso wie für Wälder und Mittelgebirge.“

In Hooksiel schlägt das Thema seit zwei Jahren hohe Wellen. „Wir wollen ein angemessenes Verhältnis zwischen freien und bezahlpflichtigen Stränden – das heißt, dass mindestens die Hälfte der Sandstrände kostenlos begehbar sein muss.“ Deshalb klage die Bürgerinitiative nun vor dem Verwaltungsgericht gegen die Gemeinde Wangerland. Es sei nicht auszuschließen, dass am Dienstag auch gleich das Urteil gesprochen wird, sagt der Oldenburger Verwaltungsrichter Harald Meyer.

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„Die Kläger meinen, die Gemeinde Wangerland müsse die Wangerland Touristik GmbH anweisen, ihnen ohne Gebühren oder Entgelte freien Zugang zu den Stränden zu ermöglichen“, heißt es in der Pressemitteilung des Verwaltungsgerichts. Der Vorsitzende der Wangerland Touristik, Friedo Gerdes, will sich zum laufenden Verfahren nicht äußern. In der Vergangenheit hatten das Touristikunternehmen und die Gemeinde argumentiert, dass mit der Strandgebühr ihre Ausgaben für Reinigung, Sanitäranlagen und Schwimmaufsicht an den Stränden sowie Pachtzahlungen finanziert werden.

Tourismusverbände zeigen Verständnis für die Kommunen, die in Niedersachsen Eintrittsgeld zu ihren Stränden verlangen. „Gäste der Badeorte dürfen erwarten, dass sie einen sauberen Strand vorfinden“, sagt Carolin Ruh, Geschäftsführerin des Tourismusmarketing Niedersachsen. Das aber koste die Kommunen Geld. „Genauso wie Süßwasserduschen, sanitäre Einrichtungen und ein barrierefreier Zugang, damit auch Eltern mit ihren Kinderwagen an den Strand kommen.“ Die Frage sei doch, „wie viel die öffentliche Hand noch leisten kann und welche Möglichkeiten sie zur Refinanzierung ihrer Kosten hat“, sagt Ruh.

Katja Benke von der Marketingorganisation Die Nordsee hält ebenfalls eine Strandgebühr für nachvollziehbar. Sie findet aber, dass es Anwohnern erlaubt sein muss, die Strände kostenfrei zu nutzen. „Sie bezahlen für die Reinigung der Landschaft ja bereits über die kommunalen Steuern.“