Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Panorama „Das war eine Hinrichtung“: Bruder von erschossenem 26-Jährigen spricht über Tat
Nachrichten Panorama „Das war eine Hinrichtung“: Bruder von erschossenem 26-Jährigen spricht über Tat
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:26 29.06.2019
Polizisten stehen im Stadtteil Lohbrügge an einem Tatort. Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa
Anzeige
Hamburg

Nach tödlichen Schüssen auf einen 26-Jährigen in Hamburg-Lohbrügge ist am Freitag ein Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Täter, einen 28 Jahre alten Deutschen, erlassen worden. Es bestehe der Tatverdacht des Totschlags, teilte ein Gerichtssprecher mit. Der 28-Jährige hatte sich kurz nach der Tat am Donnerstagabend gestellt. Zwei weitere Männer, die in der Nähe des Tatorts festgenommen wurden, kamen nach erkennungsdienstlicher Behandlung wieder frei. Es hätten keine Haftgründe vorgelegen. Die beiden Russen im Alter von 41 und 43 Jahren seien Begleiter des Opfers gewesen, sagte ein Polizeisprecher.

Die vier Männer waren den Angaben zufolge am Lohbrügger Markt im Südosten Hamburgs in Streit geraten. Nach Informationen von der „Bild“ soll es dabei um Drogenschulden gegangen sein. Plötzlich habe der 28-Jährige eine Schusswaffe hervorgeholt und auf den 26 Jahre alten Deutschen geschossen, teilte die Polizei mit. Das Opfer sei noch am Tatort unweit einer Feuerwache gestorben.

Anzeige

Polizei war mit Hubschrauber im Einsatz

Gegenüber der „Bild“ sprach der zwei Jahre ältere Bruder des 26-jährigen über die Ereignisse. Dieser habe am Tattag angekündigt, „kurz etwas klären“ zu wollen, um sich dann mit dem mutmaßlichen Täter, den er auch privat besser kannte, zu treffen. Als es dazu kam, habe er frontal zwei Schüsse in den Bauchbereich abbekommen und danach sogar noch versucht, aufzustehen. Er sei dann aber wieder umgekippt. „Er hatte keine Chance. Das war eine Hinrichtung!“, so der 28-Jährige zu der Boulevardzeitung.

Die Tat wurde gegen 19.00 Uhr vor zahlreichen Zeugen verübt. Einige von ihnen sowie mehrere Angehörige des Opfers mussten von einem Kriseninterventionsteam des Deutschen Roten Kreuzes behandelt werden. Die Polizei war mit 14 Fahrzeugen und einem Hubschrauber im Einsatz. Die Ermittlungen werden von der Mordkommission geführt. Die mutmaßliche Tatwaffe sei sichergestellt worden, hieß es.

Von RND/dpa