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Panorama Dauerregen überschwemmt Straßen in Niedersachsen
Nachrichten Panorama Dauerregen überschwemmt Straßen in Niedersachsen
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19:45 14.11.2010
In Südniedersachsen wurden nach heftigem Dauerregen in einigen Orten wie in Lödingsen im Landkreis Göttingen Straßen überflutet. Am Sonntag entspannte sich die Lage.
In Südniedersachsen wurden nach heftigem Dauerregen in einigen Orten wie in Lödingsen im Landkreis Göttingen Straßen überflutet. Am Sonntag entspannte sich die Lage. Quelle: dpa
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Überflutete Keller, überschwemmte Straße – Sturmtief „Carmen“ hat Polizei, Feuerwehren und dem Technischen Hilfswerk mit seinem heftigem Dauerregen zahlreiche Wochenendeinsätze beschert. Zwischen Freitagnacht und Sonnabendmorgen fielen in den Landkreisen Göttingen, Northeim, Osterode und Goslar 30 bis 80 Liter Regen pro Quadratmeter. Vielerorts rückten die Feuerwehren aus, da Straßen wegen der Wassermassen und des weggespülten Schlamms nicht mehr befahrbar waren. Die Kanalisation hatte Mühe, die Menge des Regens zu verkraften. Gullydeckel wurden nach oben gedrückt. Die Feuerwehr befreite die vom Laub verstopfte Kanalisation und pumpte vollgelaufene Keller leer. Am Sonntag beruhigte sich die Lage wieder. Gesperrte Straßen wurden am Morgen wieder freigegeben.

Besonders stark betroffen waren Stadt und Landkreis Göttingen. Die Göttinger Feuerwehr musste den Angaben zufolge insgesamt zu etwa 165 Einsätzen ausrücken. Auf einem Industriegelände in Weende war ein Bach über die Ufer getreten und hatte am Sonnabendmorgen eine Mauer unterspült. Das so auf das Gelände eindringende Wasser überflutete das Erdgeschoss einer Lagerhalle. Kurzzeitig drohte die Gefahr, dass ein großer, 800.000 Liter fassender Löschwassertank auf dem Gelände unterspült werden und deshalb absacken oder umstürzen könnte. Das Gebiet um den Tank wurde weiträumig abgesperrt und das Wasser abgelassen. Die in der Halle gelagerten Waren wurden nicht beschädigt.

Am schlimmsten betroffen war die Gemeinde Adelebsen. In Lödingsen war der Ortskern überschwemmt. Sandsäcke und Pumpen kamen zum Einsatz. Die Bahn musste auf den Zugverkehr am Wochenende teilweise einstellen, weil durch die Wassermassen angespülte Äste die Strecke bei Offensen blockierten. Ersatzbusse wurden eingesetzt. Heute sollen nach Auskunft der Bahn die Züge wieder planmäßig fahren.

Nach den anhaltenden Regenfällen von 80 Litern pro Quadratmeter stieg der Pegel der Nette in Seesen auf bis zu 2,80 Meter an. Feuerwehrmänner füllten vorsorglich 2055 Sandsäcke. In den Landkreisen Holzminden und Hameln-Pyrmont verzeichnete die Leitstelle insgesamt mehr als 40 Einsätze wegen des heftigen Regens. Auch hier bereiteten den Einsatzkräften vor allem überschwemmte Straßen und vollgelaufene Keller Arbeit. Auch in Kirchohsen (Kreis Hameln-Pyrmont) wurden vorsorglich Sandsäcke befüllt. Die Feuerwehr befürchtete, dass die Emmer über die Ufer treten könnte. Die Sandsäcke kamen dann aber doch nicht zum Einsatz.

Im Kreis Osterode stürzte wegen des starken Regens Erde von einem Hang auf die Bundesstraße 27 zwischen Braunlage und Bad Lauterberg, sodass diese nicht mehr passierbar war. Mit einem angeforderten Schneepflug gelang es den Helfern schließlich, die Straße wieder frei zu räumen. In Braunlage (Kreis Goslar) fielen laut Meteomedia 63 Liter Regen je Quadratmeter.

dpa