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08:08 20.08.2013
Saubere Sache: Bei der Bahn sind jetzt „Unterwegsreiniger“ im Einsatz. Quelle: dpa
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Hannover

Die gewaltigen Fluten der Elbe hatten in diesem Sommer eigentlich nur Ostdeutschland heimgesucht. Bei der Bahn indes wurde das Desaster bis nach Zürich gespült: Weil die Wassermassen viele Fahrpläne der ICE-Züge untergehen ließen, fehlt im Endbahnhof der Schweizer Metropole oft die Zeit, um die Toilettentanks zu leeren. An zahlreichen verschlossenen Türen der Waschräume klebt daher oft der große gelbe Zettel „WC unbenutzbar“.

So war es unlängst auch im ICE 74 von Zürich nach Kiel. Zehn von 18 Toiletten waren verriegelt; in der teuren ersten Klasse funktionierte gar nur ein einziges Örtchen, vor dem sich eine lange Schlange bildete. Der Zug sei bereits mit teilweise gesperrten Toiletten gestartet, sagte DB-Sprecherin Daniela Bals der HAZ. Denn vor der Abfahrt in Zürich habe die Gelegenheit gefehlt, die Hinterlassenschaften der vorherigen Fahrt zu entsorgen. Und wenn die Abwassertanks voll seien, müssten die Kabinen eben gesperrt werden – trotz der Neun-Stunden-Tour durch Deutschland.

Das alles, so Bals, sei letztlich eine Folge des Sommerhochwassers gewesen. Wegen überschwemmter Bahngleise seien die Fahrpläne für mehrere Wochen so durcheinandergeraten, dass an den Wendebahnhöfen die „Zeitfenster für Wartung und Instandhaltung“ nicht mehr gepasst hätten. Und als der besagte ICE 74 an der Reihe gewesen wäre, da sei die Bahnwerkstatt in Zürich gerade mit verspäteten anderen Zügen ausgelastet gewesen. Fürs Putzen des Zuges habe es zwar noch gereicht, aber nicht fürs Abpumpen der Toiletten.

Dass so viele Klos auf einmal ausfielen, ist nach Ansicht der DB-Sprecherin ein „unglücklicher Einzelfall“. Aber sie räumt ein, dass nach dem Sommerhochwasser im Juni, Juli und auch noch in den ersten Augusttagen häufiger Toiletten gesperrt werden mussten, weil die Zeit zum Entleeren oder zum Beseitigen von Störungen fehlte. „Das hat sich aber wieder eingerenkt“, versichert sie. Wer häufiger Bahn fährt weiß allerdings, dass ein Zug, in dem alle Toiletten funktionieren, eine Rarität ist. Im Winter etwa neigen die Auffangtanks der Örtchen mitunter zum Einfrieren. Und auch die Fahrgäste gehen nicht immer pfleglich mit den Waschräumen um: Gern werden Toiletten verdreckt oder als Mülleimer genutzt, was dann zu Verstopfungen führt. Sogenannte „Unterwegsreiniger“ sind seit Anfang August in vielen Fernverkehrszügen der Bahn im Einsatz, um wenigstens dieses Ärgernis zu beseitigen.

Übrigens konnte nach der Elbflut auch die Technik in den ICE-Bordrestaurants nicht immer rechtzeitig gewartet werden. Auf Essen und Trinken während der Fahrt musste der Fahrgast dann verzichten. Einen Vorteil hatte das immerhin: Wer weniger trinkt, muss seltener aufs Klo.

Eckhard Stengel und Alexander Dahl

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