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Panorama Erdbeben in Türkei fordert weitere Tote
Nachrichten Panorama Erdbeben in Türkei fordert weitere Tote
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08:23 11.11.2011
Bei einem neuen Erdbeben in der Osttürkei starben mindestens zwölf Menschen. Quelle: dpa
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Ankara

Ein heftiges Erdbeben hat zum zweiten Mal in wenigen Wochen den Osten der Türkei erschüttert. Mindestens zwölf Menschen starben in der Provinz Van nahe der iranischen Grenze, sagten Retter, die in der Nacht zum Freitag mit schwerem Gerät Trümmer wegräumten. Bis Donnerstagnachmittag waren 29 Verschüttete gerettet worden.

Im Schutt des Hotels Aslan würde noch nach vier Leichen gesucht. Unter den Trümmern des größeren Hotels Bayram sollen nach Angaben der Einsatzkräfte nicht mehr als 16 Menschen liegen. Die Chancen, dass sie lebend gerettet werden könnten, wurden als sehr gering bezeichnet. Die Einsatzkräfte widersprachen Berichten, dass noch bis zu 150 Menschen begraben sein könnten.

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Die US-Erdbebenwarte gab die Stärke des Bebens mit 5,6 an. Das Zentrum der Erdstöße von Mittwoch 21.23 Uhr Ortszeit (20.23 Uhr MEZ) lag in Edremit, einem Ort 20 Kilometer südwestlich der Stadt Van.

„Ramponiert wie ein Boxer"

Bereits am 23. Oktober hatte ein Erdbeben der Stärke 7,2 die Provinz Van erschüttert. Damals kamen mehr als 600 Menschen ums Leben, Tausende wurden verletzt. Die Epizentren der beiden Beben liegen etwa 40 Kilometer voneinander entfernt. Der türkische Erdbeben-Experte Ahmet Ercan sagte, die Gebäude der Stadt Van waren nach dem ersten Erdstoß „ramponiert wie ein Boxer nach neun Runden im Ring“. Die Regierung schloss nun alle Schulen bis Anfang Dezember.

Bei dem Erdbeben am Mittwoch seien 25 Gebäude eingestürzt. Von ihnen seien 22 seit dem Oktober-Beben leer gewesen, weil sie als unsicher galten, teilten lokale Behörden mit. Zu den anderen drei Gebäuden, die noch benutzt werden durften, gehörten auch das Hotel Aslan und die bei Journalisten beliebte Unterkunft Bayram.

Vans Zentrum gleicht inzwischen einer Geisterstadt. Zehntausende haben die Stadt verlassen, die meisten Geschäfte blieben am Donnerstag geschlossen. Vor den wenigen Läden, die geöffnet hatten, bildeten sich lange Schlangen. Die Provinz Van wird mehrheitlich von Kurden bewohnt.

dpa/kas

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